Fremdbetreuung // Tagesmutter oder Kindergarten?

Ich bin keiner der Blogger (obwohl ich das manchmal gerne wäre), die stundenlang recherchiert, bevor sie einen Beitrag schreibt. Das wurde mir sogar schon einmal angekreidet, aber wisst ihr, so bin ich. Aktuell fehlt mir die Zeit für mehr Professionalität, für regelmäßigen, guten Content. Ich hätte das alles gerne, aber auch ich muss mich mit dem abfinden, was ich bekommen kann.

Nun, da ich zwei Kinder in der sogenannten „Fremdbetreuung“ habe, kann ich euch meine Erfahrung weitergeben, was die Frage angeht: „Kindergarten oder Tagesmutter?“ Diese Frage stellt sich jede Mama früher oder später, die ihr Kind vor Eintritt in den Kindergarten (in der Regel mit 3 Jahren) abgeben möchte oder muss. Ich werde mir auf gar keinen Fall ein Urteil erlauben, wer wann seine Kinder wohin abzugeben hat. Es mag die verschiedensten Gründe geben, warum eine Familie sich für einen Weg entscheidet und ihr kennt vielleicht mein Kredo: Jeder so, wie es für seine Familie am besten passt.

Mama muss arbeiten gehen, wohin mit dem Kind?

Als unsere Große ein Jahr alt wurde, und das Elterngeld wegfiel, war für uns klar: Ich muss mir eine Arbeit suchen. Wenn auch nur eine geringfügige Beschäftigung für ein paar Stunden die Woche, aber ich musste die Haushaltskasse auffüllen. Leider, leider wohnen beide Elternteile von uns (also die Omas und Opas) nicht in unserer Stadt, weshalb wir als Betreuung in der Zeit, in der ich arbeiten war, nicht darauf zurückgreifen konnten.

Es war Herbst, das Kindergartenjahr schon längst am Gange und so suchte ich nach einer Tagesmutter. Ich hatte damals das Glück, dass eine Freundin von mir mit einer Tagesmutter zusammenarbeitete und sie mir dadurch den Kontakt vermitteln konnte. Das ist auf jeden Fall ein großer Tipp von mir: Fragt eure Freunde, andere Mamas aus eurer Umgebung, vielleicht sogar in Facebook Gruppen eurer Stadt, ob jemand eine gute Tagesmutter empfehlen kann. Wenn ihr allerdings keine Empfehlung habt, dann läuft es bei uns in Bielefeld so ab, dass ihr bei einer Vermittlungsstelle der Stadt anruft und diese euch anhand eurer Adresse mehrere Telefonnummern von Tagesmüttern in eurer unmittelbaren Umgebung geben kann.

Das fand ich einerseits unangenehm, weil man jede Tagesmutter anrufen muss, eventuell einige Absagen kassiert, neue Nummern benötigt usw. Aber es führt eben kein Weg daran vorbei, die Tagesmütter persönlich kennenzulernen, denn nur so kann man sich auch einen Eindruck davon machen, wie und wo sie arbeitet und ob man sich vorstellen kann, sein Kind in ihre Hände zu geben.

Wieso ich eine Tagesmutter einem Kindergarten vorziehen würde

Ich betone nochmal: Das ist meine ganz persönliche Meinung und Erfahrung, die ich euch weitergeben möchte. Letztlich kennt jede Mama ihr Kind am besten (die Papas natürlich auch). Unsere Tochter war unglaublich schüchtern und anhänglich und sie wäre in einem Kindergarten, womöglich auch noch mit mehreren Gruppen, schlichtweg untergegangen und überfordert gewesen.

Eine Tagesmutter hat maximal fünf Kinder, die sie betreut. Der Rahmen, in dem sie das tut, ist meist ihre eigene oder eine angemietete Wohnung. Es ist persönlich, fast wie Zuhause. Das gefiel mir. Das Essen wird entweder von der Tagesmutter selbst gekocht oder – auch das gab es bei uns – die Mütter teilten die Tage untereinander auf und kochten dann für die Kinder, was ich auch sehr schön fand. Man kennt alle Kinder, die in der Gruppe sind, man kennt die Eltern, man kann auch mal ein paar Minuten länger sitzen und quatschen ohne dass man das Gefühl hat, dir wird gleich die Tür vor der Nase zugemacht.

Unsere Tagesmütter waren auch immer sehr flexibel. Wenn ich etwas dringendes zu erledigen hatte, konnte ich das Kind auch eine halbe Stunde später abholen oder auch mal später bringen. Bei uns war es sogar der Fall, dass die Tagesmutter unseren Jüngsten immer abholte und brachte, weil sie ihre Tochter eh in der Nähe von uns in den Kindergarten brachte.

Natürlich gibt es unterschiedliche Tagesmütter und unterschiedliche Erfahrungen, sowohl positive, als auch negative. Trotzdem finde ich, dass das Persönliche einfach überwiegt alle anderen Vor- oder Nachteile von beiden Seiten überwiegt.

Tagesmutter, Kindergarten, Fremdbetreuung

Der Druck der knappen Kindergartenplätze

Ein Thema möchte ich noch kurz ansprechen, weshalb die Eltern manchmal gar nicht die Wahl haben, in welche Hände sie ihr Kind geben. Denn als wir damals die Große zur Tagesmutter gegeben hatten, wurde auf einmal der Druck immer größer, dass wir unser Kind mit 2 Jahren in den Kindergarten geben müssen, weil wir sonst keinen Platz mehr bekommen (zum Nachlesen hier). Ich entschied mich damals bewusst, sie noch ein Jahr länger bei der Tagesmutter zu lassen, weil sie aufgrund ihrer Persönlichkeit noch nicht bereit für einen Wechsel der Einrichtung war. Wir hatten Gott sei Dank das Glück, dass wir für die Große mit 3 Jahren einen Platz in unserem Wunschkindergarten bekommen haben und ich weiß, dass das alles andere als selbstverständlich war. Wenn sich also eine Mama entscheidet, ihr Kind mit 1 oder 2 Jahren in den Kindergarten zu geben, eben weil sie die Sorge hat, dass sie sonst keinen Platz mehr in einer Kita bekommt, dann kann ich das verstehen und dann ist das auch vollkommen in Ordnung!

Ich finde es aber grundsätzlich unmöglich, dass einem von außen solch ein Druck gemacht wird und sich eine Mama nicht mehr auf ihr Gefühl verlassen kann. Wenn es euch gegeben ist und ihr euch von den äußeren Umständen nicht beeinflussen lasst, dann finde ich das großartig und möchte euch ermutigen, das auch weiterhin nicht zutun. Tut das, was sich für euch gut anfühlt und es wird einen Weg geben! Unser Weg war der, erst eine Tagesmutter zu finden und die Kinder dann in den Kindergarten zu geben und damit waren wir super zufrieden.

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