Geburt, Mama

Der Geburtsbericht // Sie ist da!

Vier Füße groß bis mittelklein

gingen lange Zeit allein.

Jetzt gehen auf Schritt und Tritt

zwei winzig kleine Füße mit.

Am 10. August 2012 um 18:39 Uhr wurde unsere Tochter Norea geboren! Sie wog stolze 4610 g, mit 55 cm Körpergröße und einem Kopfumfang von 37,5 cm.

Der Geburtsbericht

Es war Freitag. Ich war 10 Tage über dem voraussichtlichen Entbindungstermin. Am 11. Tag sollte durch das Krankenhaus eingeleitet werden. Freitag Morgen war ich noch beim Frauenarzt, der den Muttermund gedehnt hat und danach meinte, das Baby würde in den nächsten 4-12 Stunden sicher von alleine kommen. Das tat sie dann auch. Ich hab mich mittags nochmal hingelegt, konnte dann aber ab 13 Uhr nicht mehr schlafen, weil die Schmerzen zunahmen. Mein Mann war noch auf der Arbeit und ich habe die ganze Zeit in mich hinein gehorcht, wie schlimm die Wehen sind und in welchen Abständen sie kommen, aber das war ehrlich gesagt ziemlich schwierig für mich. Ich hab nur gemerkt, dass ich Schmerzen habe, aber die zeitlichen Abstände konnte ich kaum bestimmen. Dann wurden die Schmerzen relativ schnell schlimmer, Eugen kam dann so gegen 14:45 nach Hause und da war es dann bei mir auch schon so schlimm, dass ich mich in den Wehen, die jetzt mit Sicherheit unter 5 Minuten auftraten, schon festhalten musste und halb auf dem Tisch hing. Eugen musste die restlichen Sachen komplett alleine einpacken. Der Weg zum Krankenhaus war dann auch mit 2-3 Wehen bestückt (obwohl die Fahrt nur 5 Min dauert!). Im KH wurde ich dann nach dem Pipi machen sofort ans CTG angeschlossen und lag im Kreißsaal auf dem Bett. Das hatte ich dann auch nicht mehr verlassen, bis die Kleine kam, denn die Wehen waren echt heftig. Es war ca. 16 Uhr, als ich am CTG lag und Eugen mich im Krankenhaus anmeldete. Mein Muttermund war bei Ankunft schon 3cm offen. Als Eugen zurückkam, konnte er beobachten, dass ich zwischen den schon sehr heftigen Wehen nicht mal eine Minute Pause hatte! Das war ganz anders, als ich mir das vorgestellt hatte. Man sagt ja eigentlich, man hat doppelt so viel Pause, wie die Wehe dauert, aber ich hatte echt nur sehr kurze Pausen.

Ab jetzt verschwimmt die Zeit etwas. Ich schätze mal es war eine Stunde später, als dann der Druck nach unten deutlich zunahm. Meine betreuende Hebamme meinte, dass das die Fruchtblase ist, die jetzt noch zusätzlich nach unten drückte. Dieser Druck wurde mit jeder Wehe schlimmer. Diese Wehen waren dann schon diese zweiten Wehen, also nicht mehr die Eröffnungswehen, die man veratmen kann, sondern schon die Wehen, wo man so einen dollen Druck nach unten hat, aber noch nicht pressen darf und das ist das Schlimme daran. Diese Zeit war auf jeden Fall die Schlimmste. Als ich dann mitdrücken durfte, ist total schnell die Fruchtblase geplatzt, das war sehr erleichternd für mich! Dann folgten auch ziemlich schnell die Presswehen. Im Grunde waren die Wehen dieselben, nur dass ich jetzt mitpressen konnte. Dies erlebte ich als gar nicht mehr so schlimm. Der Schmerz war nicht mehr mit diesem krassen Druck verbunden und ich konnte mitdrücken. Es war zwar mega anstrengend, aber es war gut. Entgegen meiner Erwartung, dass man nur vier Presswehen bräuchte, oder vielleicht eine halbe Stunde, hatte ich 1,5 Stunden diese Presswehen, aber das war auch total normal! Ich hatte einfach nur eine falsche Erwartung! Als dann das Köpfchen immer weiter Richtung Ausgang wanderte, wurde der Schmerz da unten natürlich heftig, weil einfach alles so gedehnt wurde und so gespannt war. Und irgendwann war dann das Köpfchen draußen und ziemlich schnell danach kam der restliche Körper auch mit raus. Das war aber alles gleich schmerzhaft, also vollkommen in Ordnung. Vor allem, weil es dann ja echt schnell geht! Um 18:39 war die Kleine dann auf der Welt, das heißt, so richtig dolle Schmerzen hatte ich von 16 Uhr – 18:39 inkl. die Wehen, die ich schon zu Hause hatte. Es ging also wirklich flott! Dafür bin ich auch sehr dankbar. Gut, leider bin ich beim Austreten des Köpfchens gerissen. Nach der Geburt, als ich Norea auf meinem Arm halten durfte, wurde ich dann genäht. Das war ziemlich schmerzhaft und dauerte eine halbe Stunde. Aber letztlich war ich einfach nur happy, dass alles gut gegangen ist, es vorbei und überstanden ist und ich die Kleine im Arm halten durfte!

Die Kleine wurde gewogen (was bei dem Gewicht natürlich für Erstaunen im ganzen Kreißsaal sorgte), untersucht, gewaschen und mir zum Stillen angelegt. Das klappte alles wunderbar. Wir verbrachten dann einige Zeit im Kreißsaal. Bis wir auf die Station verlegt wurden, vergingen so an die 3 Stunden. In dieser Zeit haben wir unsere Verwandten angerufen und konnten uns etwas ausruhen.

Der stationäre Aufenthalt im Krankenhaus

Wie lange wir im Krankenhaus bleiben würden, habe ich ganz offen gelassen. Ich wusste, dass ich eher der Typ war, der lieber zu Hause ist, aber ich wollte einfach abwarten, wie es mir und der Kleinen geht. Die beste „Investition“ in dieser Zeit war das Familienzimmer. Eugen und ich hatten ein Zimmer für uns allein, er hat bei uns geschlafen, hat Essen bekommen und war mir eine große Hilfe! Wenn er nicht gewesen wäre, hätte ich nicht gewusst, wie ich die nächsten Tage geschafft hätte. Wieder mal entgegen meiner Erwartung ist Frau nach so einer Geburt nämlich erst einmal ziemlich außer Gefecht gesetzt! Der Beckenboden ist total überanstrengt, jede Bewegung tut weh. Man kann nicht sitzen, durch meine Nähte sowieso nicht, kann kaum laufen. Ich war also letztlich total auf Eugens Hilfe angewiesen, genauso wie Norea. Eugen hat sich in den ersten Tagen fast ausschließlich um sie gekümmert. Hat sie geschrien, war er da. Wollte sie essen, hat er mir sie hingelegt, so dass ich sie anlegen konnte. Er hat mir meine Brote geschmiert und mir beim Toilettengang und Duschen geholfen. Das Gute war: Ich wusste, dass es jeden Tag besser werden würde. Das gab mir Kraft. Als ich dann am 3. Tag endlich einer Schmerztablette zugestimmt hatte, ging es mir spürbar besser, so dass ich sogar laufen und etwas längere Zeit stehen konnte. Auch die Bewegungen im Bett schmerzten nicht mehr so sehr. Mir ging es also von Tag zu Tag besser. Wir entschieden uns dafür, die U2 – die zweite große Untersuchung für die Kleine – direkt im Krankenhaus wahrzunehmen, die am Dienstag stattfinden würde und direkt im Anschluss nach Hause zu gehen. Leider machte uns Noreas Gewichtszunahme einen Strich durch die Rechnung. Am Montag Morgen, beim täglichen Wiegen, wurde nämlich festgestellt, dass sie ihr Gewicht von 4610 g auf 4080 g gesunken ist und sie somit die erlaubten 10% Gewichtsabnahme nach der Geburt überschritten hatte. Auf diese Feststellung folgte der anstrengendste Tag im Krankenhaus: Abpumpen, Stillen, Zufüttern, Abpumpen. Zwei Stunden später dasselbe. Dazu kam, dass mein Milcheinschuss sowieso an diesem Tag kam, weshalb meine seelische Verfassung sowieso zum Zerreißen war und die ein oder andere Träne floss. Wir peppelten Norea also den ganzen Tag auf und hofften auf das Gewicht am nächsten Tag. Und siehe da: Sie hatte wieder genommen! Und zwar so viel, dass wir am Mittwoch nach Hause gehen konnten. Die U2-Untersuchung war komplett ohne Befund, so dass der Abschlusstag im Krankenhaus ein voller Erfolg war.

Nun sind wir also seit 4 Tagen zu Hause und haben schon einiges erlebt. Mittlerweile ist Norea 8 Tage alt und hat schon einige „erste Male“ hinter sich: Das erste unbewusste Lächeln, das erste Baden, uns das erste Mal ankackern. Und wir erleben von Tag zu Tag neue Dinge mit ihr. Vieles davon werde ich hier festhalten.

3 Comments

  1. Janina

    2. Juli 2013 at 19:57

    Wiebke, na dann los. Was hält dich auf, das nochmal zu erleben? 😉

    Nane, hey, schön, dass du da bist! Vielen Dank, ich finde sie auch so süß! 😉

  2. Nane

    2. Juli 2013 at 19:57

    Herzlichen Glückwunsch auch hier nochmal! Eure Kleine ist sooo süß!!!

  3. Wiebke

    2. Juli 2013 at 19:57

    Oh meine Liebe! Das klingt so unglaublich schön, dass ich es am
    Liebsten auch noch mal erleben würde…und ganz angesehen davon haben wir ja so ziemlich die gleiche Geburt durch;) ich denke ganz oft an euch und Wünsche euch noch gaaaanz viele so schöne erste Male!!!!

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