Baby, Mama

To be a mother // Wie es ist, eine Mutter zu sein

Ich habe gerade ein Buch angefangen zu lesen. In dem Buch „Unter dem Herzen“ beschreibt die sonst eher von leichter Sommerlektüre bekannte Autorin Ildikó von Kürthy, wie es ist eine Mutter zu sein. Schon in den ersten eineinhalb Seiten finde ich mich wieder. Ich bin gepackt. Die Zeilen stimmen mich nachdenklich über mich selbst. Sie schreibt:

Ich bin drauf und dran ein anderer Mensch zu werden. Einer, den ich bisher noch nicht kannte: eine Mutter.

Hätte mir jemand vor zwei Jahren gesagt, dass ich heute Mutter sein werde, hätte ich ihn vermutlich ausgelacht. Meine Familie hat wohl am wenigsten erwartet, dass ich die erste Tochter sein werde, die eine Mutter wird. Und vermutlich haben sie auch nicht erwartet, dass ich diese Rolle einnehmen kann. Denn das habe ich ebenso wenig.

Ich hatte, bevor ich schwanger geworden bin, noch nie ein Baby auf dem Arm. Kinder fand ich nervig, wusste nichts mit ihnen anzufangen. Natürlich fand ich die Babys meiner Freunde süß und machte vor ihnen das von mir erwartete Gesicht, aber ich war noch nie „die geborene Mama“. Irgendwann früher war ich sogar der Meinung, ich würde nie Kinder haben wollen. Doch nun habe ich eine Tochter. Was hat sich also verändert? Eben das: Ich habe eine Tochter!

Die Autorin schreibt weiter:

Es ist absolut nichts Besonderes, wenn ein Kind zur Welt kommt.

Außer, es ist das eigene.

In der Schwangerschaft hatte ich Angst, ob ich mein Kind genügend lieben könnte und ob ich eine gute Mutter sein kann. Aber als ich meine Tochter kurz nach der Geburt auf dem Arm hatte gab es einen tiefen Blick zwischen uns und ich wusste, dies ist mein Kind, das ich über alles liebe und ich habe ihr innerlich zugeflüstert: Ich werde dich nie alleine lassen und ich werde dich über alles lieben!

Ein eigenes Kind zu haben verändert alles. Eine Mutter zu sein, verändert die eigene Persönlichkeit. Es verändert die Art und Weise, in der man Kinder sieht. Es verändert die Art und Weise, wie man spricht. Andere sagen mir, sie seien positiv überrascht darüber, wie ich mit meiner Tochter rede, wie ich mit ihr umgehe. Erstaunlicherweise kommt das alles automatisch. Ich muss nichts vorspielen, nichts ist gekünstelt. Ich liebe einfach.

Als Mutter habe ich auch neu erfahren, was es heißt, Angst zu haben. Angst, dem Kind könnte etwas zustoßen. Angst, dass jede allzu kleine Sache ernsthafte Folgen für meine Tochter haben kann. Hat sie einen kleinen Schnupfen, befürchte ich Atemstillstand. Ist ihr Nacken kühl, will ich sie am liebsten in die nächste Sauna stecken. Ich weiß schon jetzt, Mutter zu sein, ist hart. Aber Mutter zu sein, ist eine neue Stufe in meinem Leben, die ich nicht mehr zurück gehen möchte.

Wenn sie lacht, lache ich. Wenn sie weint, weine ich. Ist sie von mir getrennt, habe ich Sehnsucht. Und das zeigt mir: Ich bin eine Mutter. Und ich bin es gern.

3 Comments

  1. Carolin

    2. Juli 2013 at 19:57

    schnief …… schön 🙂

  2. Janina

    2. Juli 2013 at 19:57

    Dankeschön 🙂

  3. Saskia

    2. Juli 2013 at 19:57

    Das hast du wirklich schön geschrieben!

    Liebe Grüße
    Saskia

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