Erziehung, Mama

Wenn Kinder schlafen gehen // Abendritual

In jedem Ratgeber erhält man den Tipp, Abendrituale einzuführen. Diese sollen den Kindern eine Struktur und etwas Wiederkehrendes bieten, was sie mit dem „Zu-Bett-Gehen“ in Verbindung bringen können. Manche Eltern singen den Kindern etwas vor, die anderen baden, stillen oder kuscheln. Auch die Babymassage und später das Vorlesen einer Gute-Nacht-Geschichte sind beliebt.
Bei unseren chaotischen Zu-Bett-Geh-Zeiten war mir die Einführung eines solchen Rituals allerdings bisher nicht möglich. Vielleicht habe ich auch nur den berühmten Schubs gebraucht, um etwas an unserer Abendroutine zu verändern. Durch den Anstoß einer lieben Freundin läuft nun seit Weihnachten das Ritual, was für uns momentan am besten passt, folgendermaßen ab:

Der Ablauf unseres Abendrituals

  • Norea zeigt erste Müdigkeitsanzeichen gegen 21/22 Uhr in Form von Augenreiben, Gähnen oder kleinen, müden Augen.
  • Dann wird sie gewickelt, der Schlafanzug und -sack wird angezogen.
  • Dann lege ich mich mit ihr in unser großes Bett und stille sie.
  • Ist sie beim Stillen noch nicht eingeschlafen, lege ich meine Arme um sie und halte ihre Ärmchen fest.
  • Merke ich, dass sie noch nicht zum Einschlafen übergeht, singe ich ein Lied. Momentan ist das „Du bist ein Segen“ von Stefanie Heinen (ihr gleichnamiges Album mit vielen schönen Kinderliedern kann ich nur empfehlen!)
  • Manchmal wird Norea dann trotzdem so unruhig, dass sie noch ein wenig nörgelt, was dann auch etwas hochkochen kann. Ich versuche sie dann zu beruhigen, stille die andere Seite oder halte mit ihr aus, bis sie einschlafen kann. Je nachdem, was für ein Gefühl ich habe, was sie benötigt.
  • Die Einschlafphase beginnt dann, wenn Norea ihren Kopf von links nach rechts bewegt, immer mit Pausen dazwischen.
  • Zwischendurch fuchtelt sie manchmal noch ein bisschen mit den Ärmchen rum, die ich aber liebevoll auf die Matratze drücke, so dass sie relativ schnell ruhiger wird.
  • Ist sie dann eingeschlafen, warte ich noch etwas, so dass sie tiefer einschläft, bevor ich sie dann in ihr eigenes Bettchen legen kann und aus dem Zimmer gehe.

Das funktioniert mal mehr, mal weniger gut. Wir hatten schon Abende, wo sie sich so in Rage geschrien hat, dass ich sie hochnehmen und beruhigen musste. Es gab aber genauso schon Abende, wo sie direkt nach dem Stillen in die „Kopf-Wackel-Einschlafphase“ übergegangen oder auch schon direkt beim Stillen eingeschlafen ist.

Zwei Mal in der Woche gehört zu dem Abendritual noch das Baden, was wir immer direkt vor dem Umziehen (oder in dem Fall dann überhaupt wieder anziehen) machen. Das hat bisher auch immer guten Effekt gezeigt. Da sie jedoch auch ohne das Baden gute Einschlafabende hat, müssen wir das Baden nicht in das tägliche Abendritual integrieren.

So sieht also unser aktuelles Abendritual aus. Ich bin sehr glücklich über diesen großen Fortschritt, dass Norea nun „alleine“ im Liegen, also ohne unser Zutun durch Tragen, wippend gehen oder auf dem Pezziball hüpfend, einschlafen kann. Der nächste Schritt ist, dass sie von vornherein in ihrem Bett liegt, allerdings sehe ich momentan überhaupt keine Notwendigkeit darin, denn solange sie sich problemlos „umschiffen“ lässt, begleite ich sie gerne kuschelnd in den Schlaf.

Wie sieht euer Abendritual aus? Seid ihr damit zufrieden oder würdet ihr gerne etwas ändern?

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