Kindergarten, Mama, Tagesmutter

Arbeiten mit Kind – Geht das? // Problem Betreuung

Als ich mich Anfang des Jahres mit dem Gedanken beschäftigte, im Herbst wieder arbeiten zu gehen, war mir nicht bewusst, dass ich für das Thema Kita schon längst zu spät war. Zehn Anrufe später war es mir klar: Ich hätte mir am Besten schon vor Noreas Geburt einen Kitaplatz suchen müssen. Aber was, wenn die Familie noch gar nicht weiß, wie die finanzielle Situation ein Jahr später aussehen wird? Wenn die Mutter noch gar nicht weiß, ob sie schon bereit ist, ihr Kind abzugeben?

Das System Betreuungsplätze

Das ganze System ist ja bekanntlich durchaus undurchdacht seitens der Politik. Zumindest ziehen die Familien, die ein Jahr nach der Geburt und nach Wegfall des Elterngeldes auf das Geld angewiesen sind, schlichtweg den Kürzeren. Wie soll man das Kind unterbringen, wenn die Großeltern mindestens 150km weit weg wohnen und sich auch sonst keine bekannte Person im näheren Umfeld zur Betreuung anbietet? Einziger Ausweg für mich: Eine Tagesmutter.

Alternative Tagesmutter

Die Tagesmütter vergeben ihre Plätze nämlich nicht schon ein Jahr vor Start der Betreuung, da sie selbst noch nicht wissen, welche ihrer Kinder in den Kindergarten gehen wird und welche bei ihr bleiben, somit ist nicht klar, wie viele Plätze sie vergeben kann. Als ich mich im Januar nach Tagesmüttern in meiner Nähe erkundigte, war ich zeitlich gesehen genau richtig. Ein Kennenlerngespräch später hatte ich meine Tagesmutter um die Ecke gefunden.

Es ist nicht so, dass ich mir von Anfang an darüber im Klaren war, dass ich Norea schon verhältnismäßig früh weggeben wollte. Von wollen kann sowieso nicht die Rede sein, wie schon geschrieben, der finanzielle Aspekt drängt manche Familien in diese Richtung. Aber ich konnte mir vor einem halben Jahr einfach nicht vorstellen, Norea in andere Hände zu geben. Bei dem Gedanken ist mir immer noch mulmig, das wird wohl jeder Mutter so gehen. Nichts desto trotz ist nun ein ganzes anderes Problem entstanden.

Vorstellungsgespräch mit Kind?

Ein potentieller Arbeitgeber hatte mich zu einem persönlichen Gespräch zu einem festgesetzten Termin zu einer festgesetzten Uhrzeit eingeladen. Ob ich denn meine Tochter mitbringen dürfte, war meine Frage. Unverständnis am anderen Ende. Ich versuchte mich zu erklären, dass keine Omas in Reichweite sind und mein Mann bis mindestens 16 Uhr arbeiten muss, doch auch das half nichts. „Können Sie das nicht irgendwie anders regeln?“ Ja, wie denn? Dadurch wurde mir bewusst, wie unflexibel ich bin und wie verständnislos scheinbar die deutschen Arbeitgeber gegenüber jungen Müttern sind.

Mammutaufgabe

Arbeiten mit Kind, ist das überhaupt möglich? Ja, wenn man Teilzeit, vormittags und nicht zu weit von der Tagesmutter aus arbeiten kann, die Vorstellungsgespräche auch nachmittags stattfinden können und keine 4-wöchige Vollzeiteinweisung geplant ist, dann schon. Aber diese Stelle muss man erstmal finden! Viel Erfolg, Janina.

11 Comments

  1. Lydia

    14. Juli 2013 at 15:02

    hab gerade durch Melancholia deinen Blog entdeckt und find dein Design richtig ansprechend, so dass ich nun angefangen habe hier bisschen zu stöbern.

    … mir ging es ganz genau so wie dir, mit dem arbeiten. Das Ende vom Lied. Ich hab wieder gekündigt. Ich hatte zwar nur eine Teilzeitstelle, aber die Leute gegenüber brachten überhaupt kein Verständnis auf. Jedes mal hieß es "Ja das musst du versuchen zu klären. Wir brauchen dich nächste Woche Montag von 9-20 Uhr. Es ist doch Weihnachtszeit. Du weißt doch wie der Hase läuft." HM?! Hallo?! Ich habe ein Kind zu Hause, mein Mann arbeitet auch,.. wie bitte soll ich das schaffen?!

    Ich muss aber sagen ich bereue es nicht. Klar das finanzielle ist jetzt so gerade an der grenze,.. aber nichts ist wichtiger als die Familie. Und so einen streß brauch doch wirklich keiner, oder?

    Ich wünsch dir aber viel Erfolg und hoffe du findest eine gute geeignete und Kinderfreundliche Stelle.

    Liebe Grüße
    Lydia

  2. Anonym

    14. Juli 2013 at 18:10

    Vor deiner Beschreibung des Vorstellungsgesprächs graut es mir ehrlich gesagt auch schon…einfach schade, dass "der Arbeitsmarkt" so unflexibel ist, was die Jüngsten (und damit natürlich auch v.a. Müttern) der Gesellschaft angeht…naja, darüber könnte mich auch ausführlicher auslassen …;-)) Was ich sagen wollte: Falls du keine Betreuung findest, kann ich – sofern ich Zeit habe – gerne auf Norea aufpassen. Ist vielleicht eine ganz gute Übung, meld dich doch einfach per Mail 🙂

    LG, Stephanie

  3. Janina

    14. Juli 2013 at 18:28

    Hallo Lydia!

    Schön, dass du zu uns gefunden hast! Fühl dich wohl 🙂

    Wenn man natürlich den ganzen Tag arbeiten soll, kann es echt schwierig werden mit Kind. Ich suche ja extra eine Teilzeitstelle, wo ich nur vormittags arbeiten muss, da kommen dann hoffentlich solche schwierigen Situationen nicht auf. Auf jeden Fall ist es sehr schade, dass es so viel Unverständnis gibt.

    Du hast recht, die Familie geht immer vor und wenn es irgendwie geht, würde ich auch immer zu Hause bleiben!

    Liebe Grüße zurück,
    Janina

  4. Janina

    14. Juli 2013 at 21:09

    Du musst dich erstmal um deinen kleinen Wurm kümmern, dann sprechen wir nochmal darüber 😉

  5. Sasila - Unser kleines Uns

    14. Juli 2013 at 23:24

    Ich bin gespannt: Im Oktober, wenn Lotte dann 8 Monate alt ist, werde ich wieder Vollzeit arbeiten gehen, bis April 2014 wird Lotte-Papa in Elternzeit sein. Anschließend wird er dann auch seine Stunden auf der Arbeit reduzieren und das Kind von der Krippe (den Platz haben wir uns bereits gesichert) abholen.

    So ist der Plan. Aber als Eltern lernt mal schnell, dass Pläne schön und gut sind, das Leben dann aber meist was anderes sagt.

    Ich hoffe, dass du bald etwas für dich Passendes finden wirst!

    Liebe Grüße,

    Sasila

  6. Herr Bohne, Babymädchen und Sina

    14. Juli 2013 at 23:24

    Ich mag dir auch beide Daumen drücken – Achtung – soeben passiert!!! Schöner Blog, sehr schön sogar. Sina

  7. Janina

    14. Juli 2013 at 23:25

    Das ist sehr lieb von dir! Schön, dass du hier her gefunden hast! Ich freue mich über jeden neuen Leser!
    Liebe Grüße,
    Janina

  8. Janina

    14. Juli 2013 at 23:26

    Ohja, Pläne sollte man wenn möglich vermeiden 😉 Aber irgendwann muss man ja damit anfangen. Ich bin sehr gespannt, wie das bei euch klappen wird und wünsche euch alles Gute für euren Plan! Ist doch aber super, dass der Papa dann Elternzeit nehmen kann!

    Liebe Grüße,
    Janina

  9. Sasila - Unser kleines Uns

    15. Juli 2013 at 07:36

    Ja, er freut sich auch schon – allerdings hat er ab und an auch nennen wir es "Respekt" 😉 Aber ich bin immer wieder dankbar, dass mein Mann sich so sehr mit einbringt.

    Danke dir 😀

  10. Julia Wolter

    18. Juli 2013 at 18:57

    Dieses Thema beschäftigt mich gerade auch sehr… Ich wollte eigentlich im Herbst wieder arbeiten, da wird Samuel 1 Jahr alt. Und jetzt hab ich nur Absagen von den Kitas bekommen. Mit Tagesmüttern sieht es hier bei uns auch schlecht aus, die haben keine freien Plätze, weil die Kinder, die in den Kindergarten kommen sollen keinen Kindergartenplatz haben! Irgendwas läuft doch da gründlich schief oder??
    Mein Chef ist zum Glück Super und sagt ich soll mir keinen Stress machen, ihm ist es egal ob ich im Herbst oder erst im Frühjahr komme.
    Ich möchte gerne 4 Vormittage arbeiten, ich denke damit bin ich dann gut ausgelastet. Undich will ja auch noch so viel Zeit wie möglich mit meinem Sohn verbringen.
    Liebe Grüße

  11. Janina

    18. Juli 2013 at 19:04

    Ja das Verhältnis von Kindern zu Betreuungsplätzen ist etwas, worüber man sich besser keine Gedanken macht… zumindest wenn man nicht deprimiert werden möchte 😉

    4 Vormittage klingen nach einem guten Plan, das würde mir auch vollkommen reichen! Das sind dann 20 Stunden oder? So etwas peile ich auch an!

    Hoffentlich findest du noch eine Tagesmama!

    Liebe Grüße zurück,
    Janina

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