Erziehung, Mama

Kleinkind // Die Sache mit dem Willen

Wenn sich das Kind voller Wucht und lautstarkem Protest nach hinten schmeißt, dann weißt du, es hat seinen Willen nicht bekommen.

Egal, ob es um die Nektarine, das Handy, den Keks, die Banane oder das Wickeln geht, wenn Norea etwas will und nicht bekommt oder etwas nicht will und trotzdem durch muss, geht das Theater los. Sie schreit, beißt, kratzt, das volle Programm und Mama stellt sich die Frage: Was nun?

Ich sehe es schon vor mir, die typische Einkaufsszene, in der das Kind die Schokolade an der Kasse haben will und schreit, weil Mama „Nein“ gesagt hat. Da fragt man sich wohl genauso: Was nun? Beugt man sich dem Willen des Kindes oder bleibt man standhaft?

Ich hätte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass diese Phase schon so früh beginnt! Es fängt doch jetzt gerade erst an, dass sie mich versteht, wenn ich frage „Gibst du mir bitte dein Trinken?“ und mir ihre Flasche rüberreicht, anstatt sie auf den Boden zu schmeißen. Wie kann mein kleines Baby dann schon so bockig sein?

Natürlich versuche ich so gut es geht, nicht alles zu tun, was sie will und gewickelt werden muss nun mal jedes Kind. Aber ich muss gestehen, wenn das Kind das vorgesetzte Mittagessen nicht essen will und stattdessen auf die Banane zeigt, dann greife ich nach drei gescheiterten Überredungsversuchen doch noch etwas vom Mittag zu probieren letztendlich nach dem gewünschten Objekt…

Wie handhabt ihr das? Und haben eure Kinder überhaupt so früh schon mit der „Willen-Durchsetzungs-Phase“ begonnen?

13 Comments

  1. Bianca

    14. August 2013 at 13:50

    Ach ja, da könnte ich ja glatt Louisa sehen! 🙂 Bei uns geht es gerade los. Sie wirft sich nach hinten, wenn wir sie tragen! Das ist echt gefährlich. Heult apathisch los, wenn ich ihr etwas wegnehme und "Nein" dazu sage. Aber ich will da wirklich konsequent sein und ziehe das auch knallhart durch. Wenn sie etwas nicht darf, dann bleib ich dabei und ändere meine Meinung nicht nach 2 Min "nur" weil Louisa "mir auf den Sack geht". Ich schreib das jetzt mal so frei raus.

    Wenn es aber ums Thema Essen geht, dann mach ich es wie du! Denn ich zwinge sie nicht zu essen, nachher kommt noch alles wieder raus. Gestern wollte sie ihren Abendbrei zunächst nicht. Das Theater macht sie seit 3 Tagen! Bis ich dann dachte: Moment mal, vlt. will sie auch allein essen. Und siehe da. Voll die Sauerei, aber als sie mit ihrer Hand den Brei aus der Schale nehmen durfte und ihre FInger abschlapperte, war alles super! Und vom Löffel hat sie zusätzlich noch alles gegegessen. Vlt hilft das ja auch bei Norea. Und den Dreck, mein Gott, den mach ich in 5 minuten wieder weg! 🙂 LG

  2. Janina

    14. August 2013 at 13:53

    Ich habe gerade mal nachgeguckt, Louisa ist ja wirklich nur ein klein wenig jünger, als Norea, also gut vergleichbar 😀

    Dann machen wir es ja wirklich ähnlich! Beim Essen bin ich mir eben auch unsicher. Ich hab zwar schon den Satz gehört "Kinder verhungern nicht an einem vollen Tisch", aber vielleicht mag sie wirklich gerade etwas anderes, als ich auftische. Meist habe ich beobachtet, dass sie besser isst, wenn wir mitessen, aber wenn ich noch nicht gekocht habe, sondern sie etwas eigenes bekommt, dann geht das mitessen nicht so gut 😉

    Wir hatten auch schon mal die Situation, dass sie sich nach hinten schmeißt, wenn ich sie halte, da muss man echt aufpassen… meinst du, das ist normal oder sind unsere Töchter impulsiv? 😉

  3. Einschi

    14. August 2013 at 14:04

    Gerade beim Essen würde ich das Kind entscheiden lassen. In dem Alter wissen sie noch am Besten was sie brauchen und wollen das dann auch.
    Beim Wickeln muss sie halt durch 😉

  4. Janina

    14. August 2013 at 14:04

    Huhu Einschi,
    schön, dich hier zu sehen 🙂
    Danke für deine Einschätzung! Läuft es gut bei euch mit dem Essen?

  5. Bianca

    14. August 2013 at 14:10

    Naja Louisa ist schon immer so! Also halt sehr eigensinnig und stürrisch! 🙂 Eben ganz die Mama, aber ich bin der Meinung es ist völlig normal und OK! Und ich weiß von allen, dass sie diese Phasen durchhaben. Manche eben nur später!

  6. Janina

    14. August 2013 at 14:11

    Ich glaube unsere Mädels sind sich sehr ähnlich! Und somit ja auch die Mamas 😉

  7. Einschi

    14. August 2013 at 17:28

    Auch eher anders als gedacht 😉
    Leo hat es aufgegeben selber zu essen und will jetzt gefüttert werden. Stückigen Brei isst er am liebsten.
    Obst verweigert er derzeit zB komplett, egal ob püriert, stückig oder als Ganzes. Er isst nur Gemüse/Fleischbrei oder Nudeln/Soße als Brei. Am liebsten die 12+ Gläser. Hätte nie gedacht sowas mal zu kaufen…
    Und zum Frühstück gibts Grießbrei Schoko. Ich hab auch kein schlechtes Gewissen mehr. Er ist nun 1 Jahr alt und wirklich süß ist der auch nicht.
    Stillen tun wir auch noch recht viel.
    Ich bin mittlerweile der Einstellung: Was hilft, gewinnt. Ich lasse ihn entscheiden. Ist ja sein Körper, er wird schon wissen was er braucht solange er regelmäßiges Angebot hat 🙂

  8. Anonym

    15. August 2013 at 13:45

    Bin gerade durch einen anderen Blog auf euren tollen Blog gestoßen!
    Und stelle fest, das es uns gerade genauso geht 😀
    Unser Zwerg ist 14 Monate alt und hat auch so mit ca. 1 Jahr mit seiner "Ich will" und "ich will nicht" und "dann bock ich jetzt eben und schmeiß alles durch die Gegend"-Phase begonnen. Schwer zu ertragen, aber da muss man wohl durch.

    Mittlerweile haben wir überall so unsere kleinen Tricks. Beim Essen zeigt er immer auf die Keksdose da er weiß, das da seine Hirsekringel für Nachmittags drin sind. Also wurde die Keksdose verbannt und nun ist das Essen wenigstens schon etwas leichter geworden. Am besten nichts anderes Essbares rumliegen haben, was das Kind spannender findet als sein Mittag 😉
    Und oft will der Kleine jetzt einfach auch alleine essen und stopft sich abends seine Stulle mit Hingabe selbst in den Mund, aber wehe jemand will ihm ein Stück in den Mund schieben! Dann bockt er. Ein Trick ist auch, es dann mal kurzzeitig mit dem anderen Essen zu probieren und das "richtige" Mittag dann immer abwechselnd zu füttern. Das klappt bei uns ganz gut.

    Und durch manche Dinge (wie nach dem Essen den Mund-abwischen (*Brüllphase Nr.1*) und Zähneputzen (*Brüllphase Nr.2) muss er einfach durch, egal wie sehr er brüllt. Ich hoffe ja immernoch das er es irgendwann versteht, das er sowieso nicht drumherum kommt -.-

    Liebe Grüße
    Fiona

  9. Anonym

    15. August 2013 at 13:45

    Ich muss mich mal kurz einbringen, zu dem Thema "nach hinten schmeißen". Das macht unser Kleiner auch….und ich dachte schon nur er hat so eine Macke 😀
    Aber es ist echt gefährlich und nachdem wir oft genug gesagt haben, er soll das nicht machen, wird es langsam weniger….ich glaube das ist einfach genauso eine Trotzphase wie das "auf den Boden schmeißen". Und irgendwann haben sie dann alle auch diese Phase geschafft 🙂

    LG
    Fiona

  10. Janina

    15. August 2013 at 13:47

    Ist ja interessant, dass Kinder auch wieder zurück zum Gefüttert werden kommen können. Hätte ich nicht gedacht!

  11. Janina

    15. August 2013 at 13:50

    Hallo liebe Fiona!
    Schön, dass du hierher gefunden hast! Wir freuen uns über jeden neuen Leser!!

    Die Tricks muss ich wirklich noch anwenden. Ich habe die Kekse hinter ihr auf der Arbeitsplatte stehen und sie zeigt dann drauf und will nichts anderes mehr oder eben dasselbe mit den Bananen. Vorhin war ich auch selbst Schuld. Da hatte ich zu früh die Banane aus dem Kühlschrank geholt, damit sie nicht mehr so kalt ist, Norea hatte aber noch was von ihrem Mittagessen auf dem Teller. Das war natürlich abgeschrieben, als sie die Banane gesehen hatte. 😉

    Mund abwischen und Zähne putzen ist hier auch ein extrem schwieriges Thema und muss einfach durchgezogen werden. Da gibt es im Moment keine Taktik, die dagegen hilft. Aber ein bisschen beruhigend ist es ja schon, dass es nicht nur uns so geht 😉

    Liebe Grüße zurück,
    Janina

  12. Saskia

    16. August 2013 at 13:25

    Liebe Janina,

    ich kann dich sehr gut verstehen, Nein zu sagen fand ich – vor allem in dem Alter – auch sehr sehr schwer und vor allem wenn es um gefährliche Dinge geht. Grundsätzlich habe ich je nach Situation gehandelt, es gibt Momente in denen darf und soll ein Kind einen eigenen Willen entwickeln – z.B. wenn es um Vorlieben geht, was gespielt oder gelesen wird und dann gibt es eben die Erziehung, wenn es um gesundes Essen oder grundsätzliches Verhalten (an der Hand gehen, sitzen bleiben, warten…) geht.

    Je mehr die Kleinen verstehen, desto umfangreicher werden die Auseinandersetzungen sicher auch aber bei uns hält sich das um ehrlich zu sein in Grenzen. Natürlich weint Lotte wenn ich Nein zu etwas sage aber ich erkläre ihr dann, dass es leider so sein muss und gebe ihr Alternative bzw. lasse sie mit ihrer Frustration nicht alleine. Verständnis und Kontinuität sind für mich der Schlüssel – egal wie du entscheidest, solange dein Kind ein verlässliches Muster in deinen Handlungen sehen kann, hast du schon mal vieles richtig gemacht.

    Liebe Grüße
    Saskia

  13. Entwicklung // 12 Monate - FILEA

    28. Oktober 2016 at 23:30

    […] wird sie schnell bockig. Eigener Willen eben […]

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