Mama

Das Leben danach // Freunde

Erst einmal danke ich euch für die vielen Kommentare zu meinem „Halluzinationen, Vergleiche und das schlechte Gewissen“-Beitrag. Ich habe mich so gefreut, dass ich damit viele Mamis ansprechen konnte, denen es genau so geht! Danke!

Passend zu meiner Reihe „Das Leben danach“, in der ich schon etwas über den Körper und über die Emotionalität der Frau geschrieben habe, folgt nun ein weiterer Bereich: Die Freunde. Gut, dass die Herzmutter gerade eine Blogparade zu diesem Thema laufen hat, die da heißt „Zerstören Kinder unsere Freundschaft?“. Das ist natürlich harter Tobak, aber letztlich ist es doch wirklich interessant, mal einen Blick darauf zu werfen!

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ganz viele Dinge eine Freundschaft ins Wanken bringen können. Sei es der neue Partner, ein Umzug in eine andere Stadt, wenig Zeit und eben auch ein neuer Erdenbürger. Früher dachte ich, mit Kind würde einfach alles ganz normal weiterlaufen. Nichts würde sich ändern, höchstens die Menge an Schlaf. Ich weiß nun, dass ich da ziemlich naiv gedacht habe!

Wenn ein Kind in eine Familie hineingeboren wird, ändert sich so einiges. Vor allem sieht die Mutter – aus dessen Sicht ich nun mal nur sprechen kann – das Leben aus einer ganz anderen Perspektive. In ihrer Brust schlagen zwei Herzen, ihr eigenes und das ihres Kindes. Es ist nicht mehr wichtig, wie schlank man ist oder wo die nächste Party abgeht. Zeit mit der Familie steht nun im Vordergrund. Und irgendwie wird man doch ungemein reif durch die große Verantwortung, die man nun mit sich trägt.

Ob man nun selbst anders handelt oder von den Außenstehenden anders wahrgenommen wird, mein Freundeskreis hat sich verändert. Alte Studienkollegen treffe ich kaum noch, dafür sind jetzt Mamis hinzugekommen. Einerseits bin ich unglaublich froh über den Austausch mit Gleichgesinnten, denn man redet doch automatisch fast nur noch über das Kind und die neusten Angewohnheiten, andererseits bin ich tief traurig über den Verlust der alten Freunde. Denn ich bin ja schließlich immernoch der selbe Mensch und ich gehe trotzdem noch gerne shoppen oder führe gerne noch das ein oder andere Frauengespräch.

Es ist sehr schade, wie sich manches entwickelt, wenn die Unterschiede unüberwindbar scheinen. Ich hoffe jedenfalls, dass Norea Freunde für’s Leben findet, die sich von so manchen Umständen nicht unterkriegen lassen, die immer ehrlich zu ihr sind, auch wenn sie sich mal verändert und die bei ihr bleiben, egal was passiert. Ein guter Anfang ist gemacht (wie auf dem Bild zu sehen ist).

Habt ihr dieselben Erfahrungen gemacht? Habt ihr noch Kontakt zu alten Freunden oder hat sich euer Freundeskreis komplett verändert? Seid ihr damit zufrieden?

3 Comments

  1. mamafraumensch

    31. Januar 2014 at 19:03

    Ich kann dich absolut verstehen, auch wenn es bei uns noch etwas früh ist, über (verlorene) Freundschaften zu spekulieren (9 Monate Mamasein). Aber es ist nun mal wirklich so, dass sich die Perspektive verschiebt, die Schwerpunkte verlagern. Und mit manchen Freunden hat man sich (eine Zeit lang) weniger zu sagen, als "vorher". Man lernt aber viele neue (Mama)Freunde kennen (von denen auch nicht alle für den Rest unseres Lebens bei uns bleiben) und irgendwann durchmischen sich die verschiedenen Freundeskreise vielleicht wieder. Schön ist das nicht immer, manchmal auch traurig, aber immer interessant!

    Lg, Anja

  2. Sasila - Unser kleines Uns

    4. Februar 2014 at 18:54

    Du arbeitest gerade meine Blog-Ideen-Liste ab 😉

    Ganz im Ernst, diesem Thema wollte ich mich auch widmen, denn ja, es hat sich eine Menge für mich geändert. Ich bin immer hin und her gerissen: alte Freunde verabschieden sich sang- und klanglos und neue kommen hinzu. Mal sehe ich es positiv und dann trauere ich den alten hinterher.

    Es verändert sich viel mit Kind … besonders die Freundschaften.

    Aber unsere "Freundschaft" wäre durch Lotte ja auch nicht entstanden 😉

    Ganz liebe Grüße von UNS!

  3. Anna

    18. Februar 2014 at 12:11

    Ein wirklich toller Beitrag zum Thema Freundschaft. Ich kämpfe seit ich Mama bin häufiger damit, dass meine Mädels (die allesamt noch nicht Mama sind) nun nicht mehr alles mit mir zusammen unternehmen. Wir sehen uns immer noch häufig und quatschen dann auch über Gott und die Welt, aber zu gewissen Anlässen werde ich nicht mehr sofort gefragt, einfach weil sie wissen, ich würde als Mama einer 2-jährigen Motte sowieso nicht dabei sein können – nächtelange Partys, spontane Wochenend-Kurztrips- alles nicht mehr so einfach. Und obwohl ich weiß, dass die Mädels es nicht beabsichtigen – man fühlt sich doch hin- und wieder ausgeschlossen. Trotzdem hoffe ich, dass mir meine Mädels noch lange als Freundinnen erhalten bleiben – sie nehmen teil an meinem Leben (auch als Mama) und letztendlich liegt es auch an mir, wie wertvoll diese Menschen für mich sind, um weiterhin in engem Kontakt zu bleiben.
    Aber sicher gibt es auch Gegenbeispiele – eine Kindergartenfreundin und ich haben uns komplett auseinandergelebt, obwohl wir früher eine Herz und eine Seele waren. Aber nachdem ich umgezogen bin und sie mich in 10 Jahren nur einmal besucht hat – ich im Gegenzug aber jedes Jahr dort war, fragt man sich irgendwann, ob jeder das gleiche von der Freundschaft erwartet.
    Manchmal bin ich traurig, dass nun nur noch sporadisch Kontakt besteht – aber so ist das Leben manchmal! Und oft schenkt es einem ja auch neue Begegnungen, die einen dann wieder auf einem neuen Lebensabschnitt begleiten und bereichern.

    Und weil ich Deinen Blog so toll finde, habe ich Dir spontan auch einen Best Blog Award verliehen- würde mich sehr freuen, wenn Du mitmachst: https://krachmacherbande.wordpress.com/2014/02/18/juhuu-ein-best-blog-award/

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