Mama, Schwangerschaft

14 Wochen + Nackenfaltenmessung

Nun ist unsere Kiwi schon über 7cm groß und so langsam kann ich mich auch wirklich auf die Schwangerschaft einlassen. Genau wie bei der ersten Schwangerschaft habe ich versucht, die ersten Wochen nicht zu intensiv an das in mir wachsende Wesen zu denken. Zu viel kann noch passieren. Doch spätestens seit dem letzten Ultraschall, in dem alle Ärmchen und Beinchen wie wild durch die Gegend fuchtelten, kann ich es nicht mehr leugnen: Wir bekommen ein zweites Kind!

Geendet hat die Untersuchung allerdings nicht sehr freudig, denn obwohl wir uns eigentlich bewusst gegen eine Nackenfaltenmessung entschieden hatten, hat es der Arzt versemmelt und schon hatten wir den Schlamassel: Die Nackenfalte war leicht auffällig und einige Tage voller Ungewissheit folgten, in denen ich auf das Blutergebnis und damit verbundene Risiko wartete, welches mir sagen sollte, wie wahrscheinlich ich ein geistig behindertes Kind zur Welt bringen werde.

Genau diese ganzen Sorgen wollten wir vermeiden. Für den Verlauf der Schwangerschaft ist es für uns nämlich irrelevant, ob das Kind sonst wie behindert wäre, wir würden es austragen! Niemals könnte ich ein Baby abtreiben, weder in der 5., noch in der 20. Woche. Meiner christlichen Ansicht nach habe ich nicht das Recht, über Leben oder Tod zu entscheiden.

Auffällige Nackenfalte

Auf dem Bild zeigt der Pfeil nun also die leicht vergrößerte Nackenfalte. Mit 2,6mm liegen wir damit aber nur 0,1mm über der akzeptierten Grenze, auf manchen Seiten findet man sogar Angaben, die Werte bis 2,8 tolerieren. Ihr seht also, Millimeter entscheiden hier und wie schnell misst der Arzt falsch?

Im Endeffekt liegt unser Risiko bei 1:326. Das heißt, von 326 Frauen in meiner Lage, bekommen 325 ein vollkommen gesundes Kind. Meine Blutwerte waren aber komplett unauffällig, also ist diese Zahl allein aus dem subjektiv gemessenen Wert meines Arztes entstanden.

Das durchschnittliche Risiko bei einer 29-jährigen Frau, ein geistig behindertes Kind zur Welt zu bringen, liegt bei 1:700. Ja, unser Risiko ist höher als der Durchschnitt, aber davon lasse ich mich nicht verunsichern. Ich bin mir sicher, wir werden im Juli diesen Jahres ein gesundes, wunderschönes Baby in den Armen halten! Und ich kann Jedem nur raten, die Finger von dieser Nackenfaltenmessung zu lassen. Zu viele Diagnosen sind schlicht weg falsch und zu viele gesunde Babys werden abgetrieben.

14 Comments

  1. schlunkfunk

    21. Januar 2015 at 15:19

    Sehr krass. Zu dem Thema habe ich mal gepredigt: https://www.daniel-renz.de/glaserner-bauch

    Habt ihr schon überlegt, den Arzt zu wechseln? Das ist ja ein Voll-Depp, sorry …

  2. chris

    31. Januar 2015 at 12:11

    …es werden leider auch viel zu viele Kinder mit einer Behinderung abgetrieben…
    Alles Gute und eine schöne und fröhliche Restschwangerschaft! 🙂

  3. Mamamulle

    6. Februar 2015 at 11:02

    Oh Mann, der Arzt hat also einfach die Nackenfalte vermessen, obwohl ihr dagegen wart?
    Es wird alles gut werden!

  4. 17 Wochen + Outing - FILEA

    23. Oktober 2016 at 23:25

    […] sind bei mir stets mit ordentlicher Nervosität behaftet, vor allem nach der ganzen Vorgeschichte. Die Sorgen, ob mit dem Baby alles in Ordnung ist, werden aber wohl noch bis zum Ende bleiben. […]

  5. 16 Wochen + Die Frage nach dem Geschlecht - FILEA

    23. Oktober 2016 at 23:38

    […] doch immer wieder dabei, gar nicht an die Schwangerschaft zu denken. Nach dem ganzen Trubel mit der Nackenfaltenmessung und die Unsicherheit, ob unser Baby wohl gesund sein wird, habe ich alles gelassener und relaxter […]

  6. Martina von Jolinas Welt

    31. Oktober 2017 at 18:57

    Ich habe ein Kind mit Down Syndrom, ist nicht so ein Drama wie es die Ärzte es beschreiben 😉

    1. Filea

      31. Oktober 2017 at 19:06

      Danke für deine Antwort, das ist so wichtig! :-*

  7. Butterfly

    16. November 2017 at 18:31

    Deiner „christlichen Ansicht“ nach? Ich bin auch christlich, aber es gibt bestimmte Situationen, wo ein Abbruch der Schwangerschaft notwendig ist. Eine gute Freundin meiner Mutter war katholisch, in der 23. Woche wurde ihr gesagt, dass sie eine Geburt nicht überleben wird. Sie entschied sich gegen die Schwangerschaft, aber ihre ach so tolle Gemeinde verbot es ihr, sogar ihr eigener Mann. Natürlich passierte, was passieren musste, sie verstarb bei der Geburt und das Baby 2 Tage später. Da hat diese beschauliche katholische Gemeinde eben doch über Leben und Tod entschiedwn. Nämlich über das der Mutter. Als Mitglied der evangelischen Kirche kommt mir bei sowas -entschuldige bitte- das kalte Kotzen. Genauso würde es mir nie einfallen, einer vergewaltigten Frau eine Abtreibung in Abrede zu stellen, nur meiner christlichen Ansichten wegen. Und ich würde nie einer Frau einen Vorwurf machen, dass sie ein krankes Kind abtreibt, wenn sie weiß, dass sie nicht die Kraft hat, sich darum zu kümmern (besser als wenn sie es nach der Geburt umbringt und in der Tiefkühltruhe lagert). Umd überhaupt, inwiefern ist das ein Leben für ein Kind, welches so schwer krank ist, dass es entweder nichts mitbekommt oder nur im Krankenhaus ist? Wir haben beide Fälle in der Familie und beide Kinder (16 und 17 J.) haben (in klaren Momenten) mehr als einmal ihren Todeswunsch geäußert. Und DAS wünsche ich weder Eltern noch Kindern.

    1. Filea

      16. November 2017 at 20:17

      Meine christliche Ansicht sagt mir, dass ich als Mensch nicht über Leben und Tod entscheiden darf. So sehe ich das, aber ich sage niemandem, dass er das genauso empfinden soll. Einzelfälle sind natürlich traurig und wirklich erschütternd. Jede Mutter oder zukünftige Mutter sollte selbst, frei und ohne Druck von außen entscheiden dürfen, ob sie das Kind austrägt oder nicht. Aber letztlich ging es mir in dem Artikel auch nicht darum, eine Abtreibung zu kritisieren, sondern darauf aufmerksam zu machen, dass Nackenfaltenmessungen verunsichern und falsch sein können.

  8. Sommersonnenschein

    17. November 2017 at 20:53

    Genauso war es bei uns im Juni diesen Jahres mit Kind 2! Wir haben die Messung abgelehnt, der Arzt maß trotzdem und die Falte kam ihm verdickt vor, also schickte er uns zum
    Spezialisten. Der konnte bei 2,6mm (exakt euer Wert!!!) auch keine Entwarnung geben. Also landeten wir beim Praenatest. Letztlich alles unnötig. Bald kommt unsere Tochter auf die Welt. Ich kann jedem nur von der Nackenfaltung abraten…

    1. Filea

      17. November 2017 at 22:09

      Das ist ja der Wahnsinn! So gleich! Hattet ihr denn nach dem Pränatest ein ähnliches Risiko wie ich? Letztlich ist es wie immer: Jede Schwangere muss es selbst wissen. Aber sind die Worte „Auffällige Nackenfalte“ erst einmal ausgesprochen, gibt es kein Zurück mehr und die Sorgen sind unaufhaltsam. Ich freue mich sehr für euch, dass ihr bald eure Tochter in den Armen halten könnt!

  9. Sommersonnenschein

    18. November 2017 at 09:56

    Ja, das dachte ich auch! Wahnsinn diese Parallelen! Wir hatten übrigens noch ein nicht darstellbares Nasenbein, das Risiko nur durch Messung war also irgendwas mit 100, glaube ich. Der Praenatest sagte dann zu fast 100% kein Risiko für Trisomie 21. Die anderen Trisomien haben wir nicht testen lassen, weil der Arzt meinte man würde sie auch später im Ultraschall erkennen. Jedenfalls war es für uns eine wirklich schreckliche Zeit des Wartens auf Gewissheit. Genau wie du schreibst: Sobald es ausgesprochen war, dass evtl. etwas nicht stimmt, wollten wir wissen ob es so ist oder nicht. Ich lese so oft von ähnlichen Ergebnissen und Verunsicherungen, die gar nicht nötig wären. Ich verstehe jeden, der das Bedürfnis nach Abklärung hat, aber die Nackenfaltenmessung ist für mich kein Mittel der Wahl.
    Danke dir, wir freuen uns auch schon riesig. 🙂

    1. Filea

      19. November 2017 at 15:06

      Genau das ist es. Die Aussagekraft der NM Messung stelle ich in Frage. Nicht die Entscheidung der Frauen. Die Zeit des Wartens ist der Horror, ich weiß noch genau, wie es bei mir war. Nun gut, ich bin gespannt auf euren Schatz!

  10. KK

    28. November 2017 at 20:53

    Meine Frauenaerztin hat mir damals erklärt, das die Nackenfaltenmessung genau genommen nicht die Trisomie, sondern Wassereinlagerungen aufgrund eines Herzfehlers misst. Die gibt es häufig bei Trisomien, aber nicht immer. Daher gibt es auch Trisomien ohne verdickte Nackenfalte. Aber auch verdickte Nackenfalten ohne Trisomie. Und hier kann man manchmal tatsächlich helfen. Vorgeburtlich oder einen vorsorglichen Kaiserschnitt, um das Herz nicht zu belasten, Intensivbehandlung nach Geburt…Und auch eine diagnostizierte Trisomie kann unterschiedlich schwer ausfallen… nicht immer sind alle Koerperzellen betroffen. Wir haben uns damals obwohl ich Spaetgebaerende war, dagegen entschieden. Ich wollte die Entscheidung nicht treffen müssen. Obwohl ich nicht christlich bin.

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