Mama

Mama-Sein // Emotionaler Moment

Wer mich kennt, der weiß, dass ich selten bis gar nicht Emotionen zeige. Vor anderen Weinen, das liegt mir nicht und so etwas wie „Ich mag dich, ich bin gern mit dir zusammen“ kommt aus meinem Mund (traurigerweise) auch nicht sehr oft. Jeder hat so sein Übungsfeld, aber darum soll es in diesem Artikel gar nicht gehen.

Loslassen ist einfach. Dachte ich.

Was ich eigentlich sehr gut kann, ist meine Tochter abzugeben. Loszulassen. Ich bin froh über die Momente, die ich für mich habe, sei es, um arbeiten zu gehen oder beispielsweise zu bloggen. Die Stunden, die meine Große und ich anschließend miteinander haben, genieße ich dann umso mehr.

Nun musste ich vergangene Woche feststellen, dass ich doch gar nicht so hart bin, wie ich dachte. Dass ich ohne meine Tochter doch irgendwie nicht vollkommen bin. Und dass ich ohne sie einfach nicht kann.

Die Situation, die mich anderes lehrte

Letzte Woche war die Bauernhof-Übernachtung mit der Kindergartengruppe, auf die vor allem die Kinder (aber ein bisschen auch die Eltern) schon so lange gewartet haben. Norea hat bisher noch nie woanders übernachtet, da unsere Eltern, also ihre Omas und Opas leider nicht im unmittelbaren Umfeld wohnen, deswegen war ich entsprechend nervös, wie das alles so laufen wird.

Als wir nun am Donnerstag Morgen an diesem großen Bus standen, meine Große stolz wie Oskar mit ihrem Minnie Maus Trolley in der Hand und bereit für die „große“ Reise, da merkte ich auf einmal, wie meine Augen ganz nass wurden. Die Bustür ging auf, alle Kinder stürmten aufgeregt hinein und meine Tochter wollte einfach so einsteigen, ohne mir Auf Wiedersehen zu sagen. Doch dann drehte sie sich noch einmal um, umarmte mich, gab mir einen Kuss und lief zum Bus, bereit für neue Abenteuer. Wir wurde ganz mulmig, ich war so emotional, wie ich es von mir gar nicht kenne. Ich wusste, ich würde sie am darauffolgenden Tag nachmittags wieder in Empfang nehmen können, ich wusste, dass sie in guten Händen war und doch war es ein ganz komisches Gefühl.

Ich fuhr nach Hause und es war anders. Eigentlich war ich jeden Vormittag ohne sie, eigentlich war der Tag so gesehen wie immer und doch war es komisch. Sie war nicht da. Anstatt den Tag zu genießen, verbrachte ich nahezu jeden Moment damit, mich zu fragen, wie es ihr geht, ob alles in Ordnung ist, ob sie Spaß hat und konnte die Zeit für mich gar nicht genießen. Auch die Nacht konnte ich nicht ruhig schlafen, dachte nur an sie. Doof oder?

Besser spät als nie

Letztlich fand ich es gar nicht so doof. Denn die Gefühle zu den eigenen Kindern spiegeln irgendwie das Innerste eines Menschen wieder. Ich durfte feststellen, dass zwischen meiner Tochter und mir ein enges Band besteht, dass für Außenstehende vielleicht gar nicht sichtbar ist, aber für mich neu deutlich wurde. Und manchmal ist es gar nicht so schlimm, emotional zu sein. Denn so traurig wie ich am Vortag noch war, desto glücklicher war ich, als ich sie wiedergesehen und in den Arm genommen habe. Glücklich und dankbar für diese kleine große Maus und bereit für neue kleine und große Abenteuer.

2 Comments

  1. Stephanie

    4. Mai 2016 at 14:47

    So schöne Worte!

  2. Janina Filea

    4. Mai 2016 at 15:11

    Vielen Dank dir, Stephanie :-*

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