Frau

Persönlich // Der Wunsch vom Ankommen

Mai 2001

Mein bisheriges Leben fand in dem für mich schönsten Stadtteil Berlins statt: Spandau. Dort geboren und aufgewachsen war das meine Heimat. Doch meine Eltern trennten sich und meine Mutter zog mit mir an die Nordsee. Raus aus allem Bekannten, weg von den Freunden. Der Start einer langer Reise voller Umzüge, voller Zwischenstationen.

Juli 2005

Mein Abi in der Tasche, meine große Liebe gefunden und ich stehe in meinem leeren Kinderzimmer und muss mich von meiner Mutter verabschieden. Ich ziehe zu meinem Zukünftigen, weg aus der Kleinstadt, weg von der See, weg von der Familie. Wie man das eben so macht, wenn man sich verliebt und raus in die weite weite Welt will.

September 2016

Mittlerweile sind wir vier Mal innerhalb derselben Stadt umgezogen, entweder weil die Wohnung näher zur Uni war, die Kinder kamen und wir mehr Zimmer brauchten oder weil die Wohnung Schimmel und ganz grausame Nachbarn hatte. In keiner Wohnung wohnten wir länger als 4 Jahre und immer war klar, das wird nichts „für immer“ sein. Die Einrichtung erfolgte dementsprechend spärlich, wozu groß Mühe geben und investieren, wenn man eh in ein paar Jahren wieder umzieht.

Doch was aus diesen ganzen Umzügen meines Lebens folgte, ist dass ich mich nie so richtig Zuhause fühlte. Ich bin nie wirklich angekommen. Ich fühlte mich nie wohl. Und was das mit einem macht, wenn das eigene Zuhause sich nicht wie das eigene Zuhause anfühlt, könnt ihr euch vielleicht vorstellen.

Mein Wunsch vom Ankommen ist groß. Ankommen in ein Zuhause, welches man liebt, welches man selbst eingerichtet und gestaltet hat, in dem man gern ist und gern bleibt, für das man sich nicht schämen muss, weil überall Dinge rumliegen und man nicht genug Geld hat, um es sich schön zu machen, in dem man sich nicht von der ganzen Welt beobachtet fühlt und sich nach anderen richtet.

Ich hoffe sehr, dass mein Wunsch bald Wirklichkeit wird. Und ich meinen Kindern ein Zuhause bieten kann, welches ich bisher noch suche.

Verzeiht die persönlichen Gedanken vermutlich ohne Mehrwert, aber manchmal muss das einfach sein. 

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