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Blog // Wie ich ab sofort mit Kooperationen umgehe

Zu einem ehrlichen Blog – was FILEA ja sein soll – gehört meiner Meinung nach auch eine öffentliche Stellungnahme dazu, wie man als Blogger mit Kooperationen umgeht und dieser „Pflicht“ möchte ich mit diesem Post nachkommen. In den letzten Wochen habe ich durch einige Events und Gespräche mit Bloggern viel gelernt und festgestellt, dass ich in den vergangenen 4 Jahren einiges falsch gemacht habe. Das möchte ich nun ändern.

Was heißt das konkret?

Wenn ihr bis jetzt noch gar keine Ahnung habt, was das eigentlich ist, eine Kooperation mit Bloggern, dann sei es kurz erklärt: Firmen oder Agenturen schreiben Blogger an, damit diese auf ihrem Blog zum Beispiel ein Produkt vorstellen oder einen Link zu den Firmenseiten setzen. Die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit Marken sind groß, aber am authentischsten ist es meiner Meinung nach, wenn der Blogger selbst entscheiden kann, worüber er bloggt und was er schreibt, denn nur so kann er das schreiben, was er denkt und transparent bleiben.

Und woher weiß der Leser, welcher Beitrag eine Kooperation ist?

Genau, das ist das große Thema. Denn die Kennzeichnung einer solchen Kooperation ist bei den meisten Bloggern verpönt, weil sie denken, dass die Leser ihnen dadurch abhanden kommen und sie nicht mehr ernst nehmen. Und auch ich denke das teilweise noch. Außerdem finden die meisten Firmen das nicht gerade gut, wenn ihr Artikel ganz klar als Werbung gekennzeichnet wird. Das heißt, es kommt vielleicht erst gar nicht zu einer Zusammenarbeit, weil die Marke keine Kennzeichnung haben möchte.

Klar ist: Erhalte ich für einen Blogartikel ein Produkt oder verdiene ich sogar Geld mit meinem Blogbeitrag, dann MUSS der Artikel als Werbung gekennzeichnet werden, ansonsten macht man sich strafbar. Da reicht leider auch kein „In Zusammenarbeit mit“, so wie ich es bisher gemacht habe. Das Wort „Werbung“ muss möglichst ganz oben stehen, damit der Leser sofort weiß, dass der Artikel Werbung ist und selbst entscheiden kann, ob er den Beitrag trotzdem lesen möchte oder nicht.

Hat der Leser etwas von solchen Kooperationen?

Ja – unter der Bedingung, dass der Blogger weiterhin seine ehrliche Meinung darstellt und nicht ein Produkt in den Himmel lobt, was er eigentlich ziemlich blöd findet. Dann kann sich der Leser nicht mehr auf die Worte des Bloggers verlassen. Das Vertrauen seines Lesers muss man sich über die Zeit hinweg verdienen. Und ich denke, wenn man dieses Vertrauen gewonnen hat, dann darf man als Blogger ruhig Kooperationen eingehen, denn dann kann sich der Leser sicher sein: Der Blogger schreibt keinen Blödsinn, sondern ist wirklich überzeugt von Marke xy.

Sind wir doch mal ehrlich: Sind wir nicht froh, wenn uns unsere Freundin etwas empfiehlt, wo wir selber tagelang hätten recherchieren müssen? Wenn meine Freundin zu mir sagt, dass Produkt xy richtig gut ist und sich in ihrem Alltag bewährt hat, dann brauch ich nicht lange überlegen. Ich vertraue ihr und kaufe das Produkt ohne Bedenken. Und genau das möchte ich für meine Leser sein: Eine Freundin, die über etwas schreibt, weil sie davon überzeugt ist, dass die Leser das wissen sollten, um sie ermutigen oder um ihnen zu helfen, weil ich denke, dass sie es wirklich gebrauchen können.

Und was hat der Blogger davon?

Ein Bericht über Kooperationen wäre nicht vollständig, wenn ich nicht auch ehrlich sagen würde, dass ich natürlich Kooperationen eingehe, um damit auch Geld zu verdienen. Als Blogger steht man irgendwann vor der Entscheidung: Möchte ich meinen Blog als Hobby betreiben oder habe ich zum Ziel, damit auch Geld zu verdienen? Und ich habe mich dazu entschieden, dass ich auch gerne etwas Geld verdienen möchte. Klar freue ich mich auch über ein tolles Produkt, wofür ich sonst hätte viel Geld bezahlen müssen, aber ein bisschen Taschengeld ist auch schön.

Und ist es denn so verwerflich, wenn man Geld verdient, mit dem, was man ohnehin liebt? Ich denke nicht.

Nochmal zusammengefasst

Also ihr Lieben, ihr könnt von mir stets meine ehrliche Meinung erwarten und wenn ich Kooperationen eingehe, dann weil ich die Marke interessant finde oder die Kooperation thematisch zu mir und meinem Blog passt. Ihr erkennt die Artikel an dem Wort „Werbung“ und wenn ihr das nicht lesen möchtet, dann ist das vollkommen in Ordnung. Ich würde mich aber freuen, wenn ihr mir insofern schon vertraut, dass ihr die Blogbeiträge der Kooperationen genauso lest, wie alle anderen meiner Artikel, weil sie eigentlich keinen Unterschied zu anderen Artikeln beinhalten. Es sind immer noch meine geschriebenen Worte, meine Fotos und meine Meinung, so wie ihr sie von mir kennt.

Wie seht ihr das Thema rund um Kooperationen?

Als Leser: Nervt euch die Werbung auf den Blogs oder findet ihr die Artikel dazu interessant und lesenswert? Ist euch wichtig, dass die Kooperationen als solche gekennzeichnet sind?

Als Blogger: Kennzeichnet ihr eure Artikel oder ist euch das nicht so wichtig? Oder sind Kooperationen vielleicht generell Nebensache für euch?

6 Comments

  1. Mamamulle

    18. November 2016 at 14:05

    Ich kennzeichne die Werbung nicht. Das soll mein Geheimnis bleiben, dass ich dafür Geld bekomme 😉 😀 Danke für den tollen Artikel! Genau so mache ich es übrigens auch. =)

    LG
    Maggy

  2. Sascha

    18. November 2016 at 14:13

    Also wenn bezahlt ist eine Kennzeichnung im Titel einfach Pflicht. Weil es sonst in Deutschland einfach verboten ist. Da muss dann auch Anzeige oder Werbung stehen.
    Ansonsten gibt es bei mir am Ende des Artikels einen Hinweis zum Beitrag. Dort steht die Basis der Zusammenarbeit drin.
    Ich schreib ausschließlich eigene Texte und lasse mich auch bei Kooperationen nicht inhaltlich einschränken. Ich schreib außerdem nur über Themen die ich persönlich gut finde bzw. hinter denen ich stehen kann.
    Basis für alle Kooperationen ist der Bloggerkodex vom Bloggerclub e.V. bei dem ich auch Mitglied bin. https://www.bloggerclub.de/bloggerkodex/

  3. Caro

    18. November 2016 at 14:51

    Ich sehe und mache es genauso. Ich nehme allerdings auch nur Kooperationen an, wenn ich Positives zu berichten habe. Allerdings gibt es Blogs, die zu 80% aus Kooperationen bestehen, egal ob es zum Blogthema passt oder nicht. Da werden dann wüste Geschichten drum herum geschrieben und dann verliert der Blog für mich an Glaubwürdigkeit. Es sollte auch noch eigener, guter Content vorhanden sein.

    Viele liebe Grüße,
    Caro

    1. Filea

      21. November 2016 at 19:16

      Ja genau, da hast du vollkommen recht! Wenn Blogs nur noch aus Kooperationen bestehen, ist es schwierig. Andererseits, wenn die Blogger von den Einnahmen leben, ist es irgendwo auch klar, dass es viele Kooperationen gibt. Muss man einfach abwägen. Liebe Grüße zurück! :-*

  4. Biene

    21. November 2016 at 21:47

    Oh, das mit dem Wörtchen „Werbung“ wusste ich gar nicht. Ich habe es bisher auch immer nur mit den Worten „entstand in Zusammenarbeit“ oder „wurde mir kostenlos zur Verfügung gestellt“ gekennzeichnet – das finde ich wichtig und auch gar nicht schlimm, weil ich trotzdem ehrlich von den Produkten berichte. Ich glaube das wissen meine Leser auch. Deswegen gibt es bei mir auch nur Dinge, die meine Tochter oder ich wirklich nutzen, auch wenn der Beitrag fertig geschrieben ist. 🙂

  5. 5 Jahre FILEA // Rückblick & Verlosung mit bello & elsa - FILEA

    19. Mai 2017 at 13:10

    […] stehe ich nach wie vor, so lange man sie richtig kennzeichnet. Wie ich das handhabe, könnt ihr hier nochmal […]

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