Erziehung, Mama

Das Schweigen der Mütter

Die meisten meiner Artikel entstehen relativ spontan. Ich nehme im Alltag etwas wahr, was mich beschäftigt und dann denke ich darüber nach, ob ich darüber einen Blogpost schreiben sollte. So ist mir auch dieses Thema spontan nach dem Duschen eingefallen.

Ich frage mich sehr oft, wie es wohl anderen Müttern mit ihren Kindern geht. Wenn bei uns Zuhause mal wieder alles schief läuft und ich mich wie eine Versagerin fühle, dann würde ich mir wünschen, es würde noch andere Blogs oder Instagramprofile geben, auf denen ich lesen kann, dass es dort genauso oder zumindest ähnlich läuft, wie bei uns. Aber das finde ich so gut wie gar nicht. Selbst innerhalb der Familie oder bei Freunden aus der Umgebung, hört man selten solche Dinge wie „Mir geht es gerade total schlecht, ich bin so fertig wegen den Kindern“. Wieso eigentlich? Geht es diesen Müttern wirklich immer gut? Ich glaube nicht.

Unsere Leistungs-Gesellschaft

Von der Geburt meiner Großen an, ging es in den Mami-Talks nur darum, was das Kind schon alles kann. „Mein Junge hat sich schon gedreht“, „Mein Kind kann laufen“, „Mein Mädchen kann schon Zwei-Wort-Sätze sprechen“ verbunden mit der Frage: „Und was kann dein Kind schon?“. Es ist wie ein Wettkampf. Und da meine Große von Anfang an langsamer mit allem war, konnten wir diesen Wettkampf nur verlieren. Ich war gefangen in diesem Strudel der Vergleiche und der Unzufriedenheit.

Auch heute noch mache ich mir Gedanken, ob sich mein Kind normal entwickelt. Wenn sie doch wieder eingepullert hat, wenn sie sich nicht gut in die Gruppe integriert, wenn sie Stunden braucht, um sich an eine neue Situation zu gewöhnen, wenn sie Wutausbrüche hat, bei denen man annehmen könnte, sie wird gerade zur Schlachtbank geführt. Und da hilft dann übrigens nicht der Satz „Och, also mein Kind hatte Gott sei Dank noch nie einen Wutanfall.“

Es gibt tagtäglich so viele Situationen, in denen ich als normale Mutter, ohne viele Vorkenntnisse, an meine Grenzen stoße und keiner ist da, der mir sagt, dass das Verhalten meiner Tochter vollkommen normal ist, weil es bei ihnen genauso ist.

Bloß keine Schwäche zeigen?

Das Ganze ging dann bei mir persönlich so weit, dass ich bei einer Erziehungsberaterin saß und von meiner Hilflosigkeit berichtete. Dabei wurde mir klar, dass meine Erwartungen an meine Tochter so hoch sind, dass ich oft denke „Sie müsste doch aber…“ und das denke ich deshalb, weil es ja scheinbar bei „allen anderen“ klappt, nur bei uns nicht. Keine Mutter von heute traut sich mehr, zu sagen, wie es wirklich ist. Denn dann könnte man ja schlecht über sie, oder noch schlimmer, über ihr Kind denken. Dass die Wahrheit den Müttern von heute allerdings weiterhelfen könnte, daran denkt niemand. Jeder ist in seiner kleinen Welt und keiner gibt etwas davon Preis.

Ich wünschte mir so sehr, ich könnte das Schweigen der Mütter durchbrechen. Indem ich selbst ganz ungeschönt von unseren Problemen berichte, erhoffe ich mir, dass ich andere ermutigen kann, genauso zu sprechen. Damit man in den Austausch kommt und sich die Mütter von heute ein realistisches Bild vom Leben mit Kind machen können.

Trau dich!

Als ich dort also bei der Erziehungsberatung saß und ihr sagte, dass es in der schlimmsten Phase mit unserer Großen einen Moment gab, in dem ich es bereut habe, Kinder in diese Welt gesetzt zu haben, da hat sie mich gelobt. Nicht, weil ich es gedacht habe, sondern weil ich so ehrlich war und es ausgesprochen habe. Wenn wir negativ über unsere Kinder denken oder wenn unsere Kinder an der ein oder anderen Stelle problematisch sind, dann heißt das nicht, dass wir unsere Kinder nicht mehr lieben oder dass unsere Kinder sich unnormal entwickeln. Dann zeigt das einfach nur, dass wir menschlich sind und keine Superkräfte haben. Genauso wenig wie unsere Kinder.

Ich bin auch weiß Gott keine Supermom. Deswegen kommen von mir auch wenig Artikel, in denen ich Tipps verteile. Ich teile einfach nur unser Leben und unsere Schwierigkeiten. Nicht, weil ich alles schlecht reden will, sondern weil ich damit erreichen möchte, dass sich eine andere Mama nicht mehr ganz so schlecht fühlt. #wirsindeinteam

P.S.: Die liebe Caro von Einfach Carolin hat sich direkt angesprochen gefühlt und ein super tolles, ehrliches Video gedreht. Schaut mal bei ihr vorbei, ich bin so happy, dass ich nicht alleine bin und sie direkt ganz ehrlich erzählt, was sie am Mama sein nervt. Top!

Das Schweigen der Mütter

29 Comments

  1. Caro

    7. April 2017 at 17:41

    Sehr schöner Post und eine gute Richtung. Ich bin auch für mehr Ehrlich- und weniger Scheinheiligkeit. Niemand ist perfekt und es würde uns allen besser gehen, wenn man das auch mal zugeben würde.
    Ich drück Dich!

    Caro

    1. Filea

      7. April 2017 at 19:30

      Hach Caro, danke!!! Für deine Worte, für dein Video, das ist einfach so herrlich, dass ich scheinbar mit meinen Gefühlen gar nicht so falsch liege 😀 Alles Liebe dir :-* Janina

  2. Kaktusdame

    7. April 2017 at 19:55

    Liebe Janina,
    bei meiner Großen war ich auch noch nicht so entspannt, wie jetzt, bei der Kleinen, aber schon damals habe ich mich von Müttern distanziert, bei denen immer Heile Welt war. Denn das war es bei uns nicht. Und das hat mich gestresst.
    Zugleich war mir aber auch schon damals völlig klar, dass ich so nicht bin, wie die.
    Und es ist doch eine große Frage, wieviel man bei Kindern erzieherisch „richten“ kann und was einfach so ist (Thema Wutausbrüche) … und auch da muss halt jede Familie für sich wissen, was geht und was nicht.
    Ich bin ja nicht mein Kind. Und mein Kind ist nicht ich.
    Jedenfalls freue ich mich selbst darüber, wir locker ich tatsächlich bei der Kleinen bin und ich mich wirklich nicht darum Schere, was andere Kinder können oder Mütter mit erzählen … es hat einfach nichts mit uns zu tun.
    Alles Liebe, Fanny

    1. Filea

      7. April 2017 at 20:10

      Hallo liebe Fanny!!
      Ja, beim zweiten Kind bin ich auch viiiiiiel lockerer! Außerdem ist er von sich aus auch ganz anders und viel entspannter als die Große, das macht es mir leicht 😉 Es ist auch ein Unterschied, was für ein Typ die Mama ist. Wenn sie sich leicht beeinflussen lässt (so wie ich bis letztes Jahr), dann ist es schon hart, wenn man diese Vergleiche zieht. Aber ich besser mich, weil ich auch gemerkt hab, wie sehr mich das stresst 😉 Alles Liebe euch!! Auch für Nummer 3 🙂 Janina

      1. Nathalia

        27. September 2018 at 07:47

        Ich arbeite in einer Kinderkrippe und dort haben wir folgenden Leitspruch „Vergleiche ein Kind mit niemandem ausser mit sich selbst“ und wenn die Mütter ihn bei uns hören bzw lesen(er hängt schön sichtabr im Flur) dann sagen sie uns wie recht dieser Spruch hat und dass ihnen dies hilft weniger druck zu haben. Jedes Kind ist individuelle und man sollte nein darf es nicht mit anderen vergleichen da viele Gegebenheiten zum Entwicklungsstand eines Kinder beitragen.

  3. Carolin

    7. April 2017 at 20:16

    Du sprichst mir aus dem Herzen, liebe Janina!
    Ich frage mich bei ganz vielen Bloggern wie sie das hin bekommen. Täglich oder zumindest fast täglich neue Blogs aufgeräumte Wohnungen und strahlende Gesichter.
    Bei uns ist meistens Chaos angesagt, ein guter Tag ist es, wenn nur 1 großer Wutanfall war – was übrigens bedeutet, dass Amelie von 0 auf 100 los geht und brüllt, schreit, motzt, strampelt ….. Und ihren Kopf durchsetzen will. Für mind 5 Minuten.
    Jonathan schafft das jetzt so langsam auch. Ich will aber! SIRENE AN!

    Ich weiß, wir sind gute Mamas! Wir lieben unsere Kinder! Das bißchen Chaos, Schreien und das ein oder andere unbedachte Wort meinerseits, tja, das ist eben so. Trotzdem kommen meine Kinder mehrmals am Tag zu mir und sagen, Mama, ich hab dich lieb.

    Und Amelie braucht für alles auch lange und mehr Zeit um sich ein zu gewöhnen. Sie schiebt sogar ihren kleinen Bruder vor, wenn sie sich nicht traut.
    Oh man, wir müssten uns mal treffen, ich glaub unsere 2 Großen sind sich recht ähnlich. 😊

    Also, Janina, keep in doing und vor allem Blog wie es dir gefällt – mir gefällt es sehr 🙌
    Schönen Abend euch!
    LG Caro (die 2. 😂)

  4. Simone

    7. April 2017 at 21:49

    Liebe Janina,
    ehrlich gesagt nehme ich die Berichte anderer Mütter ganz anders wahr. Seit Wochen lese ich ständig „Geständnisse“ und „ehrliche Berichte“, die sogar ins Gegenteil umfallen und mit dem Antiperfektionismus kokettieren.
    Die Wahrheit ist doch vermutlich, dass es eben Familien gibt, wo es meist geordnet und leicht zugeht und Familien mit buntem Trubel.

    Liebe Grüße,
    Simone

    1. Filea

      9. April 2017 at 11:11

      Hallo Simone!
      Dann verfolgen wir vermutlich verschiedene Mütter 😀 Ich merke schon, dass es Mütter gibt, die die Realität aufzeigen, aber die meisten, denen ich folge, zeigen eben perfekte Bilder. Logisch, die sehen ja auch am schönsten aus, haben aber zu wenig mit dem wirklichen Leben zu tun und geben ein Bild vor, was nicht existiert. Die Frage ist, gibt es wirklich Familien, wo es jeden Tag leicht zugeht? Das kann ich mir nicht vorstellen.
      Liebe Grüße,
      Janina

  5. Bettina

    8. April 2017 at 11:35

    Ich hasse diese allzeit liebe- und verständnisvollen, möchtegernperfekten „Supermamis“ 😉
    Danke für deinen ehrlichen Artikel!

    1. Filea

      9. April 2017 at 11:11

      Hallo Bettina!
      Danke für dein Feedback, ich bin ganz deiner Meinung. <3
      Liebe Grüße,
      Janina

  6. Maike

    11. April 2017 at 07:43

    Hallo Janina,

    ich bin durch einen Link von Sonjas Blog „Wertvoll“ auf diesen Bericht von dir gekommen – und du sprichst mir aus der Seele!

    Ich schau mir auch gerne Blogs an, in den schön dekoriert ist und hingebungsvoll gebastelt wird – aber klar, obwohl man bei den meisten weiß, dass das nicht das reale Leben ist, wird man manchmal neidisch bzw. zweifelt an seinen eigenen Fähigkeiten 🙁

    Ich habe auch 2 Kinder, die beide eher wild und laut und willensstark sind – und ich verzweifel oft…
    Aber gottseidank bringen einen sowohl so ehrliche Beiträge wie deiner und vor allem Freundinnen im wahren Leben wieder dahin, dass man merkt: Es ist normal!

    Also – ein dreifaches Hoch auf uns Mamas!!!

    LG,
    Maike

    1. Filea

      11. April 2017 at 15:11

      Liebe Maike,
      vielen Dank für deine lieben Worte!!! Es begeistert mich, wenn ich durch meinen Blog Leute ansprechen und sie ermutigen kann! Das tut so gut! Ich kenne den Neid, von dem du sprichst, deswegen hoffe ich, dass immer mehr Mamas die Realität abbilden. Von der schönen Welt gibt es ja schon genug Bilder und Einträge 😉 Liebe Grüße zurück, Janina

  7. Entwicklung // Halleluja, mein Kind ist trocken - FILEA

    18. April 2017 at 10:10

    […] auch, aber der Druck war immer noch da. Niemand erzählte von seinen Problemen (da haben wir das Schweigen der Mütter wieder mitten im Alltag) und ich fühlte mich vollkommen allein mit meinem Kind, was nicht damit […]

  8. Olga

    18. April 2017 at 23:09

    Liebe Janina, ich bin gerade zufällig auf deinen Blog und diesen Artikel gestoßen und finde beides super!
    Ich bin auch der Meinung, dass wir viel offener als Mütter und als Frauen miteinander reden müssten. Es ist nicht immer alles Sonnenschein und entspannt.
    Ich hätte ähnliche Gedanken wie du nach der Geburt unseres zweiten Kindes. In den ersten Monaten war ich mir nicht so sicher, ob das eine gute Idee war mit dem 2. Kind. In dieser Zeit habe ich des Öfteren vor meiner Tochter kapituliert und bin weinend in ein anderes Zimmer gegangen. Danach gings mir besser 🙂 und ihr auch.

    1. Filea

      19. April 2017 at 14:22

      Hallo Olga, lieben Dank für deine Worte!! Ich freue mich, dass du einen Weg gefunden hast, wie du mit deinen Emotionen klar kommst und was dir hilft! Ich glaube, diese Gefühle hat jede Mama, aber nicht jede lässt sie zu bzw. gibt sie zu. Ich hoffe, das wird sich zunehmend ändern. Liebe Grüße, Janina

  9. Suse

    22. April 2017 at 09:04

    Meine Schwierigkeit mit dem Thema:
    Auf dem Blog kann ich nicht schreiben K1 ist XY, K2 macht ständig abc und K3 verhält sich soooo www.
    Wenn, halte ich es sehr allgemein und thematisiere verschiedene Schwierigkeiten vom Kind losgelöst.
    Generell hast Du sicher recht, daß dieses heile Familienwelt Ding nicht weiterbringt.
    Man muß sich aber immer im Klaren darüber sein, dass es keine Kinder ohne Herausforderungen gibt. Auch wenn man den Fokus auf die schönen Seiten legt.

    1. Filea

      22. April 2017 at 22:14

      Hallo Suse! Danke für deine Sichtweise, es ist immer toll, wenn verschiedene Perspektiven auf den Tisch kommen. Keine Kinder ohne Herausforderungen. Ja, da hast du recht, aber ganz ehrlich? Das war mir nicht so richtig bewusst vor den Kindern. Ich hab mir das alles schön geredet, weil ich es nicht besser wusste 😉

  10. Sara

    5. Dezember 2017 at 13:49

    Ihr Lieben,

    das liegt ja vor allem daran das man Blogs die von der täglichen Überforderung handeln ganz schlecht Produkte verkaufen kann und ja, da von leben ja die ganze Blogger-Moms. Da stylen sie locker flockig ihre Kinderzimmer und die ganze Familie gleich mit und fotografieren Ihren ach so perfekten Alltag. Natürlich kommt mal zwischendrin ein selbstironischer Blog über die harten Seiten des Mutterseins aber am Ende da haben sich natürlich alle wieder lieb und lächeln farblich aufeinander abgestimmt in die Kamara. Wie sie Ihre Kinder dazu kriegen den Kram anzuziehen, weiß ich zwar auch nicht. Aber ich bin mir sicher, wenn die Kinder Chaos in der ganzen noch zu fotografierenden perfekt beleuchteten neuen von Amazon € Co. gesponserten Familien-Kuschelecke hinterlassen bekommt Mrs. Perfect sicher auch einen Nervenzusammenbruch, denn such sie hat letzte Nacht viel zu wenig geschlafen!

    1. Olesja

      16. Dezember 2017 at 18:16

      Sara, ich musste über deinen. Eintrag so lachen! Meine Güte, welchen Bloggern folgt ihr denn so??? Ernsthaft, lassst mal ein paar Links da. Ich kenne viele, die es zeigen wie es ist. Und das ist gut so. Es gibt da leider einfach noch die „NichnichtMamas“, die meinen, dass die das alles viel besser unter Kontrolle hätten und das, was so gezeigt wird einfach dafür da ist Klicks, Follower oder sonst was zu sammeln. Wie man es macht, man macht es falsch.
      Janina, der Blogbeitrag ist aber super toll geschrieben! Ich glaube, dass ich das ab jetzt regelmäßig lesen werde.
      Allerdings kenne ich auch absolut ruhige Mamas, bei denen tatsächlich vieles wie am Schnürchen läuft. Hassen tue ich sie nicht – warum auch? Nur das Konkurrieren finde ich traurig. BTW, eine Frau, die mit sich selbst im Reinen ist, konkurriert nicht indem sie ihr Kind vorschiebt oder ihr Leben schöner redet als es ist.

  11. Bine

    14. Dezember 2017 at 15:47

    Ich kann dich beruhigen, bei uns lief und läuft es ganz genauso. Ich habe aber leider die Erfahrung gemacht, dass wenn ich ehrlich ausspreche, was ich denke, ich häufig auf Unverständnis treffe. „Warum hast du denn dann diese beiden Kinder bekommen“ werde ich dann gefragt. Weil ich sie wollte und mir niemand vorher klarmachen konnte wie schwierig es werden würde. Es gab schon einige Moment und Phasen in denen ich lieber kinderlos geblieben wäre. Aber nun sind sie ja nun mal da und ich liebe sie über alles diese schrecklich schönen kleinen Monster die mir mein Leben zu Himmel und Hölle gleihzeitig machen können.

    1. Filea

      15. Dezember 2017 at 14:03

      Hach Bine, du sprichst mir aus dem Herzen. Mir geht es ganz genauso wie dir! Klar liebe ich meine Kinder und es gehört für mich irgendwie zum Leben dazu, Kinder in die Welt zu setzen, aber das heißt nicht, dass immer alles Friede Freude Eierkuchen sein muss! Man darf auch mal sagen, wenn es ein scheiß Tag war! Aber ich kenne das ganz genauso: Verständnis trifft man mit ehrlichen Worten ziemlich selten. Leider. Trotzdem: Mach weiter so!

  12. Janine

    16. Februar 2018 at 10:43

    Hallo Janina,
    danke für diesen Artikel! Mir gehen diese Perfekt-Muttis auch auf den Keks. ABER: Meistens fallen sie mir tatsächlich unter den Bloggern auf! In meinem richtigen Leben kenne ich fast nur Mütter, mit denen man wunderbar über den Alltags-Wahnsinn mit Kindern reden kann, egal ob Freundinnen, Familie oder Kolleginnen. Und wenn man da sagt: „Boah, neulich morgen ist mir echt mal wieder der Kragen geplatzt, da bin ich ziemlich laut geworden…“ etc., stimmen die alle ein und man merkt immer wie froh alle sind, dass sie nicht alleine mit ihrem „Versagen“ sind.
    Ich glaube da ist wirklich das Internet ein Problem, trotz seiner unendlich vielen Vorteile. Generell ist mir hier dieser Perfektionismus aufgefallen, der immer mehr vorgegaukelt wird: die perfekte Hausfrau, die perfekte Hochzeit, die perfekte Baby-Shower-Party, das perfekt eingerichtete (geputzte und aufgeräumte) Eigenheim mit dem perfekt durchgestylten Kinderzimmer. Wenn ich mir manchmal Kindergeburtstage ansehe- unglaublich was da alles gemacht wird! Da wird die ganze Bude passend zur Mottoparty dekoriert, genau wie das Essen. Und wenn man selber dann „nur“ einen Geburtstag mit ein paar Spielen und Schatzsuche macht (Mann, war das als Kind damals toll!), hat man doch immer Angst, was die anderen Kindergartenmuttis denken…
    Eine echt anstrengende Entwicklung, mit der wir Mütter uns ja schon auch irgendwie selber das Leben schwer machen…

    1. Filea

      18. Februar 2018 at 21:14

      Liebe Janine, danke für deinen Kommentar! Mir geht es da genauso wie dir. Die perfekte Internetblase ist nichts für mich und ich würde mir wünschen, dass sie endlich platzt. Aber im Grunde können wir nur uns selbst ändern und lernen, wie wir diese perfekte Welt nicht an uns ranlassen. Übrigens kenne ich diese Perfekt-Muttis auch im näheren Umfeld. Ein „Boa war das heute wieder anstrengend“ hab ich da teilweise noch nie gehört. Liebe Grüße, Janina

  13. Emily

    27. Februar 2018 at 22:11

    Liebe Janina, mir geht es genauso wie Dir. Ich war auch immer die Ehrliche unter all den anderen Müttern. Und der Rest hat alles schön geredet. Irgendwann hab ich damit auch aufgehört. Aber nur weil ich einfach kein ehrlichen Mamis gefunden habe. Es hat mich echt total enttäuscht und frustriert. Und diese Vergleiche mit den Kindern ist auch so schlimm. Das war mein Hauptgrund meinen Blog zu starten. Schön das es noch weitere von meiner Sorte gibt 😉liebe Grüsse Emily

    1. Filea

      4. März 2018 at 23:12

      Hallo Emily, ich habe mich über deine Worte sehr gefreut. Deine Erfahrungen habe ich auch gemacht und bin auch sehr traurig darüber. Ständig nur diese Vergleiche und das leistungsbezogene Denken. Schön, dass du auch anders bist. 😉 Liebe Grüße zurück! Janina

  14. Emily

    11. September 2018 at 18:02

    Hey Filea, schön das es auch noch andere Mütter gibt, die diesen Umstand anprangern. Ich habe auch schon darüber geschrieben. Auch ich habe das Bedürfnis einfach ich selbst sein zu können, ohne etwas vorzuspielen. 👍🏻👍🏻👍🏻ganz liebe Grüsse Emily

  15. Julia

    25. Oktober 2018 at 22:59

    Tut gut das alles zu lesen! Auch wenn ich froh bin, ein paar nette Mamas in meinem Freundeskreis zu haben mit denen man ganz ehrlich reden kann. Nur leider kommt man bei den Treffen nicht immer dazu, da die Kinder (alle Mitte 2) uns ordentlich auf Trapp halten. Jede Woche „darf“ ein anderes Kind mal das anstrengende sein:-) und so tun die meisten Treffen wirklich gut!!
    Schön fand ich nach der Geburt der zweiten Kanone, als meine beste Freundin (ohne Kinder) feststellte, ich sei genau wie ihre Schwester. Immer gäb es die schönen Fotos mit glücklichen Kindern und man selber auch mit einem strahlen, trotz der Augenringe. Aber ob es denn wirklich so aussäh, fragte sie. Das fand ich toll in dem Moment, denn recht hat sie. Natürlich sieht es gaaanz oft nicht so aus! Just in dem Moment fingen beide an um die Wette zu schreien… das habe ich ihr als Sprachnachricht geschickt… Zurück kamen liebe aufmunternde Worte und die Freude darüber das ich mit ihr so ehrlich war. Seit dem gibt es auch mehr mutze-, müde-, hungrig-, pipi-, durst Fotos 🙂
    Gerade wenn die Kleinen mal über einen längeren Zeitraum anstrengend sind, vergisst man manchmal, dass ja vielleicht auch was anderes dahinter steckt. Da hilft drüber reden auch mal auf andere Gedanken zu kommen. Ist es ein Wachstumsschub, die Zähne oder war einfach der Kindergarten total anstrengend für das Kanönchen? Das vergisst man manchmal bei der ganzen Schreierei und dem Genörgel. Wie heißt es so schön: Sprechenden Menschen kann geholfen werden.

  16. Mercury

    26. Oktober 2018 at 22:41

    Im Regelfall kann man da ausgehen,dass in den Familien,bei denen die Sonne aus dem Popo zu scheinen scheint,am Meisten im Argen liegt 😉 nimms gelassen, niemand ist perfekt und niemand sollte Angst. Davor haben, dafür verurteilt zu werden!

  17. Kathi

    2. November 2018 at 22:06

    Hey!
    Wir haben 3 Kids und es ist bei uns laut, trubelig, meistens dreckig und chaotisch. Und es gibt diese Tage, an denen der Morgen mit Katzenkacke unterm Gummistiefel anfängt und wenn ich zermatschte Banane in meinen Haaren finde, ist erst eine halbe Stunde vergangen. Und der Tag hat erst angefangen. Wir sind keine perfekten Eltern. Ich bin keine perfekte Mama. Aber unseren Kindern geht es gut. Und uns mit ihnen.
    Ich könnte regelmäßig kotzen, wenn ich den Satz höre: „Wenn das Baby erst da ist, ist doch alles gut.“ Nein. Ist es nicht. Wenn das Baby da ist, wird es erst richtig anstrengend. Dann ist einem morgens schlecht vor Schlafmangel, man hat ein Fielen im Ohr vom letzten Wutanfall der 3 jährigen, während der fast 25jährige findet, Bauklötze im Wohnzimmer vollpinkeln ist ne super Idee. Ja, ich liebe sie alle und würde sie nie wieder hergeben. Aber zwischendurch mal ausleihen würde gehen. Das sind aber die Momente, in denen sie niemand anderes haben will.
    Also, liebe Mamis und Papis: Nein, das Leben ist nicht perfekt. Mit Kindern schon gar nicht. Aber wisst ihr, wie es heißt, wenn man aus dem, was man hat und kann das Beste macht? Optimal.

    Liebe Grüße in die Runde!

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