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Kinderfilme ohne Angst // Unsere Erfahrungen und Tipps

Meine Tochter durfte schon in jungen Jahren Filme schauen. Wenn ich mich recht erinnere, war sie höchstens 3 Jahre alt, als sie die ersten Youtube-Videos schaute. Kurz darauf kaufte ich die ersten DVDs. Aber sie war schon immer jemand, der mir frühzeitig mitteilte, wenn ihr etwas zu gruselig war und sie Angst bekam. Und das war anfangs bei fast allen Serien und Filmen der Fall. Es war wirklich schwierig für mich, Filme zu finden, die ohne Spannung und „dem Bösen“ auskamen. Und das ist es bis heute.

Selbst My Little Pony ist zu aufregend

Heute ist meine Tochter 5 Jahre alt und seit dem 05.10. läuft der My Little Pony Film im Kino. Sie liebt Pferde, Einhörner und ist damit „ganz typisch Mädchen“. So sind wir auch an den My Little Pony Figuren nicht vorbeigekommen. Als sich der Film ankündigte, bot sich mir die Gelegenheit, mit der Großen das erste Mal ins Kino zu gehen. Doch als es vor einer Woche soweit war und die ersten Minuten des Films liefen, war meine Tochter nicht nur vollkommen überwältigt von der riesigen Leinwand und dem lauten Sound, sondern hatte unheimliche Angst.

Denn keine Viertelstunde war vergangen, als „die Bösen“ auftauchten und Science-Fiction-mäßig mit ihren Raumschiffen in das Ponyland eindrangen und die Prinzessinnen versteinerten. Die dazu passend gruselig spannende Musik dürft ihr euch jetzt hier hineindenken. Die Viecher, die jetzt also alles besetzt hatten, fand selbst ich ganz schön Angst einflößend.

Ich fragte also meine sich an mich krallende Tochter, ob sie lieber rausgehen und nach Hause fahren möchte und ich merkte ihr ihren Zwiespalt an. Sie wollte wirklich gerne bleiben, also versuchte sie noch ein paar Minuten weiterzuschauen, bis die nächste gruselige Szene kam und sie von sich aus sagte, dass sie nach Hause möchte.

Hollywood lässt grüßen

Ich finde es so schade, dass selbst schon die Kinderfilmproduzenten einen auf Hollywood machen und alles super crazy, spannend und mit den außergewöhnlichsten Effekten versehen sein muss. Nein, ich finde nicht, dass man kleine Kinderseelen schon so früh mit solchem Zeug konfrontieren und zumüllen muss. Empfindlich? Übertrieben? Nein. Beschützend. Ich weiß, es gibt Böses auf dieser Welt. Aber ich weiß auch, dass meine kleine Tochter früh genug mit all dem Schrecklichen auf dieser Welt in Kontakt treten wird. Aber bis dahin reagiere ich auf ihre Gefühle und finde es gut, dass sie selbst diese nicht ignoriert.

Damit möchte ich nicht sagen, dass man alles von den Kindern fernhalten muss, was irgendwie „böse“ ist. Ich handle einfach nur nach dem, was mir meine Tochter widerspiegelt. Wenn sie überhaupt kein Problem mit den ganzen Bösewichten hätte, dann würde ich vielleicht gelassener sein und sie andere Dinge schauen lassen. Aber da sie Angst hat, gehe ich gerne auf sie ein.

Nachdem wir also den Kinosaal verlassen hatten und in der Eingangshalle saßen, nahm ich sie mir auf den Schoß und sagte ihr, dass ich es klasse finde, dass sie mir sagt, was sie fühlt und dass okay ist, Angst zu haben. Danach hatte ich das Gefühl, dass wir stärker aus dem Kino herausgekommen sind, als wie wir hereingekommen waren. Und das fühlte sich richtig gut an. Versagt? Nein. Gewachsen.

Kinderfilme ohne Angst Tipps Jonalu Paw Patrol Benjamin Blümchen Bob der Baumeister

Gibt es Alternativen?

Falls ihr euch fragt, ob es Alternativen zu all dem Angst machenden Zeug gibt, dann muss ich leider sagen: Jein. Viel gibt es meiner Erfahrung nach nicht. Was wir immer noch gerne schauen, ist JoNaLu*. Die zwei Mäuse erleben mit dem Marienkäfer auch Abenteuer, aber alles in einem normalen Maß, ohne Bösewichte. Zum Beispiel versuchen sie einen Apfel von einem Baum zu bekommen, um daraus Apfelmus herzustellen oder sie sind unter einer Kiste gefangen und Lu der Marienkäfer muss Hilfe holen und lernt dabei das SOS. Die Lieder aus den knapp 20-minütigen Filmen sind richtig gut gemacht und können mit Bewegungen spielerisch begleitet werden.

Auch solche Sachen wie Bob der Baumeister*, Paw Patrol* oder Benjamin Blümchen* gehen immer. Bei Barbie-Filmen muss man wiederum ziemlich aufpassen, weil die meisten Filme mit wirklich fiesen und wie ich finde hässlichen Bösewichten versehen sind. Der absolute Lieblingsfilm unserer Großen ist Barbie und ihre Schwestern im Pferdeglück*.

Generell würde ich dazu raten auf sein Kind zu schauen und es zu beobachten. So bekommt man recht zuverlässig heraus, ob Film XY für das Kind in Ordnung ist oder nicht. Ihr kennt euer Kind am besten, nicht die FSK-Leute, die den My Little Pony Film übrigens ohne Alterseinschränkung empfehlen…

Kennt ihr noch Filme, die angst- und gewaltfrei und vielleicht sogar komplett ohne Bösewichte sind? 

* Dies ist ein Affiliate Link, wo ich etwas dazu verdiene, wenn ihr über diesen Link einkauft. Dies beeinflusst aber nicht meine Meinung oder euren Preis. 

Kinderfilme ohne Angst Pinterest

13 Comments

  1. Muttiheft

    18. Oktober 2017 at 13:06

    Du sprichst mir so aus der Seele! Ich frage mich das jedes Mal, wenn ich solche besagten Kinderfilme entdecke. Ich persönlich bin ja ein Disney-Kind und heute noch ein Fan von Disney-Filmen, aber auch die kommen ja nicht ohne Bösewichte aus. Selbst in der Eiskönigin gibt es Szenen (Schneemonster), die nicht so ohne sind. Das ist ein echt schwieriges Thema!

    Mittlerweile nutze ich lieber YouTube, muss ich zugeben. Maus-Clips gehen immer und sind hier total beliebt 🙂 Aber auch da muss man gut aufpassen. Das habe ich letzte Woche einen Moment nicht getan. Neuer Clip, dazwischen Werbung. Und was kam? Die Werbung zum Film „Es“ -.- Dass man sowas zwischen eindeutige Kinderclips packt, ist mir echt schleiferhaft. Die Kleine hat es, Gott sei Dank, gar nicht so richtig realisiert.

    LG
    Jennifer

    1. Filea

      20. Oktober 2017 at 10:49

      Hallo liebe Jennifer!
      Erst einmal: Ich bin auch ein großer Disney-Fan, aber du hast Recht: Viele kann unsere Große noch gar nicht schauen, weil die teilweise echt krass sind. König der Löwen kann ich übrigens bis heute nicht schauen, ohne zu flennen. Ich glaube, so früh seinen Vater zu verlieren, ist das Schlimmste, was einem Kind passieren kann 🙁 Aber davon abgesehen, ja, Disney!!
      YouTube ist cool, das stimmt, aber ich finde es auch gefährlich, die Kinder dann ohne sie groß zu beachten, alleine YT schauen zu lassen, weil sie einfach problemlos rumklicken können. Dass „Es“ zwischen den Clips kommt, finde ich unfassbar!! Das geht wirklich gar nicht…
      Ganz liebe Grüße zurück,
      Janina

  2. Beluri

    18. Oktober 2017 at 17:59

    Hallo,

    ein wirklich interessantes Thema, dass jeden betrifft der Kinder hat. Die „Kinderfilme“ heutzutage sind wirklich ziemlich heftig und teilweise auch ziemlich brutal. Anscheinend darf man sich fast alles erlauben, solage es nur Trickfiguren betrifft. Filme, die wirklich geeignet sind, findet man ziemlich selten und natürlich ist jeden Kind auch unterschiedlich. Also ich bringe ein paar Vorschläge. Das sind aber Filme & Serien:

    – Bibi und Tina (Serie)
    – Janosch – Komm wir finden einen Schatz (Film)
    – Glücksbärchis (Serie)
    – Drei kleine Engel (Serie)
    – Alles von der Augsburger Puppenkiste
    – Tinkerbell – Das Geheimnis der Feenflügel (Film)

    Die 6 kann ich auf jeden Fall empfehlen. Das folgende ist zwar auch sehr kinderfreundlich, aber es gibt auch Spannung und/oder Bösewichte. Aber die sehen zumindest nicht schrecklich oder hässlich aus.

    – Disneys Große Pause (Serie & Film, wobei der Film wohl noch zu spannend ist)
    – Disneys Pepper Ann (Serie)
    – Disneys Robin Hood (Film, aber mit 1,2 kurzen Kampfszenen)
    – Lazy Town (Serie)
    – Barbie – Prinzessin der Tierinsel (Film)
    – Barbie – Die Prinzessin und das Dorfmädchen (Film)
    – Babie – Die zwölf tanzenden Prinzessinen (Film)
    – Kikis kleiner Lieferservice (Film)

    Hoffe ich konnte ein paar Anregungen bringen.

    Grüße
    Beluri

    1. Filea

      20. Oktober 2017 at 10:54

      Hallo Beluri,
      vielen Dank für deine Worte und die vielen Tipps! Ja Kinder sind wirklich unterschiedlich, das muss man beachten. Wir schauen hier auch gerne Bibi und Tina oder die Augsburger Puppenkiste (wobei ich die teilweise auch wieder gruselig und aufregend finde). Die Barbie-Filme, die du genannt hast, kennen wir auch alle und alle kann unsere Große nicht leiden, wegen dieser fiesen Frau. Ist für mich genauso Bösewicht. Aber den Rest muss ich mir mal anschauen, es war viel Neues dabei! Danke für die Anregungen.
      Ganz liebe Grüße,
      Janina

  3. 8BitPapa

    19. Oktober 2017 at 02:13

    Das ist ein sehr spannendes Thema, das ich hiermit gerne weiterverfolge. Mit „Hollywood“ hat es vermutlich nichts zu tun. Solche klassischen Angst- und Spannungs- und Erlösungskurven sind so alt wie das Geschichtenerzählen selbst. Ich stelle mir aber die Frage, welche Möglichkeiten es gibt, sich vorab einen Eindruck vom Material zu machen. Man hat ja nicht die Zeit, jeden Film auf den Reifegrad des eigenen Kindes hin abzuklopfen und die Siegel sagen so gut wie nichts aus. Eine Plattform wie Imdb, aber als KidsFriendlyMovieDataBase KFMDB. Soetwas muss es doch geben?

    1. Filea

      20. Oktober 2017 at 10:55

      Das ist eine gute Idee! Aber die Kinder sind eben so unterschiedlich, dass auch eine Plattform nur eine Art Durchschnittswert abgeben kann, aber was, wenn meine Tochter eben viel sensibler ist, als der Durchschnitt? Aber du hast Recht, alles vorher gucken geht auch nicht. Liebe Grüße!

      1. 8BitPapa

        20. Oktober 2017 at 11:32

        Das meine ich. Die Klassifizierung müsste sich vom Alter oder irgendeiner anderen abstrakten Kindermessung entfernen und konkrete Inhaltshinweise geben. Wir hatten da ähnliche Erfahrung wie du, Filme, die völlig harmlos anfingen und da schepperts und krachts plötzlich und den Oberbösen könnte ich auch mir nicht in meinen eigenen Albträumen schlimmer vorstellen. Filmabbruch.
        Naja. Am Ende ist es wahrscheinlich am pragmatischsten, wenn man ein paar Threads durchackert.
        https://www.chefkoch.de/forum/2,45,611453/Gibt-es-weitere-Angstfreie-Kinderfilme.html?page=2
        https://bfriends.brigitte.de/foren/erziehung/458051-kinderfilm-tipps-gesucht-zeichentrick-harmlos-richtung-petterson-und-findus.html

        1. Filea

          20. Oktober 2017 at 12:30

          Puuuuh, aber vor jedem Film erstmal ewig recherchieren? Da hab ich gar keine Lust zu 😀

  4. Tia

    25. Oktober 2017 at 14:52

    Das ist ein toller Beitrag und die Kommentar sind für mich als Mutter einer fernsehverrückten Dreijährigen echt hifreich.
    Wir schauen gern Astrid-Lindgren Filme:
    Wir Kinder aus Bullerbü
    Neues von den Kindern aus Bullerbü
    Michel bringt die Welt in Ordnung
    Lauras Stern geht auch , aber der mit dem Drachen musste schon nach 5 Minuten wieder ausgemacht werden und dann gibt es noch die schönen Zoogeschichten aus den dritten Programmen
    Liebe Grüße,
    Tia

  5. Cornelia

    8. Februar 2018 at 20:02

    Mein Sohn hat Pingu geluebt, als er klein war. Die Serie kam sogar ohne Sprache aus, bestand aus ruhigen Bildfolgen und alltäglichen Geschichten, über die wir uns viel unterhalten konnten. Sogar während des Guckens, denn es bestand ja keine Gefahr, etwas vom Gesprochen zu verpassen ;o)

    1. Filea

      18. Februar 2018 at 21:22

      Stimmt, Pingu war toll! Vielleicht sollte ich das den Kindern mal zeigen. Danke und liebe Grüße, Janina

  6. Conny

    11. Juni 2018 at 20:01

    Guten Abend, ich bin auf deinen Beitrag gestoßen, da ich Filme ohne Bösewichte eingegeben habe bei Google. Das was du schreibst hätte auch 1:1 meine Tochter sein können. Grüne Augen düstere Stimmung und ich spule.
    Ich würde dir gerne noch „Oh wie schön ist Panama!“ Empfehlen. Schaut es euch mal an. Viele Grüße aus Mülheim

    1. Filea

      11. Juni 2018 at 20:19

      Hallo Conny,
      es freut mich sehr, dass du auf meinen Blog gestoßen bist. „Oh wie schön ist Panama“ werde ich mal raussuchen. Ich meine, wir haben die Geschichte sogar auf CD, wenn ich mich recht erinnere. Mittlerweile (die Große ist jetzt fast 6) hat sich das Ganze übrigens etwas entspannt. Sie sagt jetzt immer „Mama du musst nicht spulen!“ 😀 Also es wird 😉
      Ganz liebe Grüße nach Mülheim zurück,
      Janina

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