Frau, Persönliches

Du bist schön! // Wie es gelingen kann, deinen Körper zu lieben

Habt ihr euch auch schon einmal die Frage gestellt, wie es wäre, den perfekten Körper zu haben? Ohne Makel, Streifen oder Flecken, glatt und ohne zu viel Fett? Mit prallen Brüsten, einem flachen Bauch, schlanken langen Beinen, keine Pickel im Gesicht und straffem Po? Dann seid ihr nicht alleine! Die meisten Frauen können sich, aber vor allem ihren Körper nicht lieben. Sie finden sich hässlich, abstoßend und denken „ihr Körper sei kaputt“. Das macht mich traurig und doch kommt es mir so bekannt vor. Aber wieso können so viele Frauen ihren Körper nicht annehmen?

Die Medien machen uns etwas vor

Blättert man durch die Frauenmagazine dieser Welt, läuft man durch die Straßen und schaut sich die Werbeplakate an (oder auch selbst wenn nicht), schaltet man den Fernseher an, überall wird einem suggeriert, es gäbe nur unglaublich schlanke, perfekt aussehende junge Mädchen. Die Werbeindustrie hat ganze Arbeit geleistet. Die Frau von heute kennt nur ein Körperideal, einen Typ Frau und der wiegt vermutlich 60 Kilo bei einer Körpergröße von 1,70m. Wir alle kennen die Barbiepuppen. Oder die Schaufensterpuppen. Aber die wenigsten wissen, dass diese Körper, die da zu sehen sind, in Wirklichkeit gar nicht existieren! Sie sind ein Produkt von Photoshop. Da werden Pickel retuschiert, Taillen bis zum Gehtnichtmehr schlanker gemacht und es wird eine Figur erschaffen, die als Vorbild dient, einfach nur deshalb, weil sie überall zu sehen ist. Aber was passiert? Mädchen wachsen in dem Glauben auf, so müsste man aussehen. So müssten SIE aussehen, um „gut“ zu sein. Und ganz ehrlich: Ich habe das auch geglaubt.

Schaut man sich beispielsweise die Fidschi-Inseln an, kann man wunderbar erkennen, was die Medien anrichten. Bis auf den Inseln der Fernseher eingeführt wurde, waren dicke Menschen das Nonplusultra. Sie wurden als „schön“ betitelt und nicht die dünnen. Seit es dort auch das Fernsehen gibt, wollen die Mädchen nur noch dünn sein und so aussehen, wie die Mädchen auf dem Laufsteg im Fernsehen.

Ist dick gleich schlecht?

Das Hauptproblem an dieser erschaffenen Modelfigur ist, dass uns eingetrichtert wird, wenn man dick ist, ist man schlecht und wenn man dünn ist, ist man gut. Dick sein wird gleichgesetzt mit ungesundem Leben, wo hingegen dünne Menschen mit gesundem Lebensstil assoziiert werden. Und das ist so falsch. Wusstet ihr, dass der Durchschnittskörper in Australien 1,61m groß und 71kg schwer ist? Die Frauen haben Hüften, Kurven, große Brüste und man würde vielleicht im ersten Moment denken, diese Frauen seien dick. Aber sind denn dann alle durchschnittlich geformten Frauen schlecht?

Wir müssen wegkommen von dem Denken, dass es nur dieses eine Körperideal gibt und hinkommen zu einer Welt, in der alle Frauen schön sind, egal ob sie mehr auf den Hüften haben oder nicht. Ob ihre Brüste hängen oder straff sind. Ob der Bauch schwabbelt oder Streifen hat. Ob sie Narben auf ihrer Haut trägt oder ihre Knochen zu sehen sind. JEDE FRAU IST SCHÖN. Auch du.

Der Film Embrace – Umarme dich selbst!

Die ganzen Dinge, über die ich hier schreibe, habe ich dem Film Embrace* entnommen. Dieser Film ist von Taryn Brumfitt, die ihren Körper nach der Geburt ihrer drei Kinder überhaupt nicht mehr lieben konnte. Sie dachte, sie wird glücklich, indem sie sich beim Schönheitschirurgen all die Makel wegoperieren lässt. Doch dann schaute sie ihre kleine Tochter an und fragte sich, was für eine Message sie ihr weitergeben würde, welches Vorbild würde sie sein? Spätestens hier musste ich weinen. Ich hatte sofort meine Tochter vor Augen. Sollte mein 5-Jähriges Mädchen genauso körperbezogen aufwachsen wie ich?

Liebe deinen Körper Medien #dubistschön

Taryn sagte den Termin für die OP ab, blieb aber dennoch unglücklich mit ihrem Körper. Deshalb trainierte sie im Fitnessstudio, stundenlang, so hart, dass sie sogar an einem Bodybuilding-Wettbewerb teilnehmen konnte. Sie dachte, wenn sie da oben auf der Bühne steht, neben all den scheinbar perfekten Körpern, dann ist sie endlich angekommen.

Aber es ging ihr so schlecht, wie noch nie. So hartes Training, so viel Opfer, so viel Aufgabe, so wenig Zeit für die Kinder und dann hörte sie die anderen Bodybuilderinnen, wie sie an sich herum kritisieren. Dort ist zu wenig, an anderer Stelle zu viel. Wenn also selbst Frauen mit solch „perfekten“ Körpern unglücklich mit diesem waren, wer ist denn dann überhaupt glücklich mit seinem Körper? Es war ein Wendepunkt in Taryns Leben, sie hörte auf so hart zu trainieren und begab sich auf die Suche, wie man seinen Körper lieben kann.

Sie sieht aus wie ich und das ist wunderschön

Taryn trifft in ihrem Film viele Menschen, die eine bewegende Geschichte zu dem Thema beitragen können. Der Blogbeitrag würde zu lang werden, wenn ich euch alle näher vorstelle, deswegen kann ich euch wirklich nur ans Herz legen, den Film anzuschauen (man kann ihn auf Amazon Prime auch leihen, so habe ich das gemacht). Aber eine Frau in dem Film hat mich mit ihrer Arbeit besonders berührt. Sie ist Fotografin und kennt die Kollegen, die Photoshop benutzen, sehr gut. Jade Beall ist selbst Mutter und möchte andere Frauen so ablichten, wie sie sind, egal wie sie sind. Ob dick, ob dünn. Aber eines ist ihr wichtig: Sie retuschiert nichts weg. Auf ihren Bildern sieht man ganz viel nackte Haut, alles ganz natürlich belassen. Man könnte jetzt denken, das wäre irgendwie seltsam, aber ich persönlich finde ihre Bilder einfach nur wunderschön. Denn ich entdecke, dass es tatsächlich Menschen gibt, die wie ich einige Pfunde mehr auf den Rippen haben, und ich finde diese Menschen schön. Also bin ich auch schön. Auf Facebook könnt ihr einen Blick auf ihre Arbeit werfen.

Was ist die wahre Schönheit?

Wir können und sollten neu definieren, was wahre Schönheit ist und zwar indem wir unsere und andere Geschichten teilen. Wenn wir ein Gegengewicht darstellen zu all den Magermodels, zu all den Bildern in den Magazinen und in der Werbung, dann können wir vielleicht bewirken, dass die Mädchen, die jetzt aufwachsen, auch andere, viel normalere Körperformen sehen und feststellen, dass diese auch schön sind. Sie merken, dass diese Frauen mit ihrem Körper zufrieden und glücklich sind. Einen ersten Schritt habe ich zusammen mit anderen Mamis getan, als wir unsere Mamibäuche gezeigt haben.

Liebe deinen Körper #dubistschön

Ich weiß, der Weg ist lang und schwierig, sich und seine Gedanken umzupolen, wenn wir selbst mit diesen Bildern aufgewachsen sind. Aber sollten wir nicht wenigstens versuchen aufzuhören, so viel Zeit in die Frage zu stecken, wie wir aussehen, anstatt uns zu fragen, was wir in dieser Welt beitragen können? Was wir bewegen können? Und wenn es nur für unsere Kinder ist.

Unser Körper ist der einzige, den wir haben. Du bist nicht dick, du bist sexy und du bist schön! Verändere deine Sichtweise auf dich selbst und dann werden die anderen es auch tun.

[easy-tweet tweet=“Verbringe nicht dein ganzes Leben damit, deinen Körper zu bekriegen, umarme ihn!“ user=“fileablog“ hashtags=“#dubistschön“ template=“qlite“]

 

Liebe deinen Körper, du bist schön

4 Comments

  1. Stephanie

    15. Oktober 2017 at 22:24

    Schöne, wahre Worte…!

  2. Kathrin

    17. Oktober 2017 at 16:53

    Andersrum geht es einem genauso…ich bin dünn,zu dünn und darf mir Sachen anhören unter denen die Unterstellung Magersucht noch die netteste ist…dabei bin ich einfach so,kann essen was ich will, da bleibt kein Gramm hängen oder nur sehr schwer. Ich hab es satt, immer nur darauf reduziert zu werden…Danke für deine Worte

    1. Filea

      17. Oktober 2017 at 16:56

      Hallo Kathrin,
      das ist natürlich die andere Seite der Medaille. Es gibt nicht nur ein geäußertes „zu dick“ sondern auch ein „zu dünn“ und allgemein diese Einteilung oder Beurteilung ist eben falsch. Aber der Weg hin, sich a) nicht mehr zu vergleichen und b) andere zu be- und verurteilen ist lang. Wir sollten ihn trotzdem gehen. Ich kann total verstehen, dass dich das sehr stört, ständig reduziert zu werden. Ich wünsche dir, dass dich das nicht beeinflusst, wie du selbst über dich denkst 🙂
      Alles Liebe,
      Janina

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