Frau, Persönliches

Bin ich zu langweilig für’s Bloggen? // Von der Angst nicht bedeutsam zu sein

Wisst ihr, es gibt mittlerweile so viele Familienblogs, da frage ich mich oft, wozu es mich bzw. FILEA überhaupt geben soll. Es gibt Tage, da fühle ich mich unheimlich klein und unbedeutend. An diesen Tagen kann ich nicht bloggen. Wer würde meine Texte schon lesen wollen? Was habe ich denn schon groß zu erzählen? Ich bin doch genauso eine Frau, die sich selbst gerade erst findet, die ihren Mutterinstinkt wiederentdeckt und für nichts und niemanden eine Lösung anbieten kann. Außerdem bin ich nicht der Typ, der sich hinstellt und von sich selbst so überzeugt redet, als gäbe es nichts besseres, als sich selbst. Das mag ich nicht an anderen und so möchte ich auch nicht sein.

Ist mein Leben zu langweilig für die Öffentlichkeit?

Machen wir uns nichts vor, jeder der bloggt, schreibt auch für die Öffentlichkeit. Das ist auch mir klar. Aber interessiert sich überhaupt jemand für das, was ich schreibe? Die Angst vor Ablehnung spielt immer noch eine viel zu große Rolle in meinem Leben. Ich möchte immer noch viel zu sehr gemocht werden, für das was ich tue. Kann ich denn dann meinen Lesern überhaupt einen Mehrwert bieten? Mein Leben ist nämlich ganz schön langweilig! Ich kann mir nichts großartiges leisten, ständig auf Tour sein, neue Städte und Länder erkunden. Auch bin ich kein Model, das sich die hochpreisigen Klamotten kaufen und total mit dem Trend gehen kann. Ich bin keine kreative Bastelfee, die sich neue Sachen ausdenkt. Ich bin gut im Nachmachen. Aber das sind viele.

Was heißt es überhaupt, bedeutsam zu sein?

Ich habe schon immer einen hohen Anspruch an mich selbst gehabt. Perfektionismus könnte man das nennen. Fehler gönne ich mir nicht. Aber dadurch stehe ich mir oft im Weg. Ich könnte sicherlich viel öfter bloggen, wenn ich mir die Zeit bewusst dafür nehmen würde (Prioritäten und so). Aber ich möchte nicht einfach irgendetwas schreiben. Ich möchte, dass es bedeutsam ist. Es soll meinen Lesern einen Mehrwert geben, wichtig und folgereich sein. Das bedeutet, sie sollen aus meinen Zeilen etwas mitnehmen. Das ist gar nicht so einfach! Denn wie ich weiter oben schon beschrieben habe, bin ich niemand, der mit den allerbesten Tipps daher kommt und jemand anderem sagt „So musst du das machen!“. Soweit würde ich mich niemals aus dem Fenster lehnen. Ich kann immer nur aus meiner Erfahrung berichten und die ist selten von großer Bedeutung. Für mich vielleicht, aber das heißt noch längst nicht, dass andere das genauso empfinden, wie ich.

Im Duden steht unter „bedeutend“, dass man eine hohe Qualität erreichen möchte. Das, was man tut, soll von großer Tragweite und Wichtigkeit sein. Eine Freundin von mir meinte letztens, dass sie total zufrieden mit dem Leben ist, wie sie es gerade lebt. Sie hat zwei Kinder, einen Mann, leitet eine Kindertagesstätte und kann sich weiterentwickeln im Bereich der Elternarbeit. Das reicht ihr. So sehr ich mich für sie freue, mir reicht das nicht. Ich habe in meinem Blog etwas gefunden, mit dem ich etwas erreichen kann. Ich möchte etwas tiefgründiges, gehaltvolles erschaffen und das versuche ich mit FILEA.

Von der Angst nicht bedeutsam zu sein Beitragsbild

Zwischen essentiell und oberflächlich

Meiner Meinung nach liege ich mit meinem Blog irgendwo zwischen lebensnotwendig und vollkommen unwichtig. Es gibt Artikel, die sind sehr tiefgreifend, persönlich und bedeutend – und diese Artikel liegen mir meist besonders am Herzen – aber ich schreibe manchmal auch über belanglosere Dinge, wie Mode oder die neuesten Spielzeuge unserer Kinder. Und ich kann nur hoffen, dass sich meine Leser in dieser Spannweite wiederfinden und jeder etwas für sich durch den ein oder anderen Artikel mitnehmen kann. Muss jeder durch alles was ich tue angesprochen werden? Nein. Muss mich jeder gerne lesen? Nein. Ich möchte lernen, nicht so sehr nach den anderen zu gehen, sondern bei mir zu bleiben und meinen Instinkten zu folgen.

Jeder hat etwas zu sagen

Was wäre ein Artikel von mir ohne eine mutmachende Aussage zum Schluss? Wie ich in dem Post zu den Vergleichen der Mamiblogs schon geschrieben habe: Jeder Mensch, egal ob Blogger oder nicht, ist einzigartig, mag andere Dinge, macht unterschiedliche Erfahrungen, die er weitergeben kann. Die Frage ist, sind wir noch offen dafür, andere Meinungen zu hören und zu akzeptieren und vielleicht sogar darüber nachzudenken, ob der andere Recht haben könnte oder sind wir so sehr in unserer eigenen Welt, dass wir uns für keinen anderen Menschen mehr interessieren? Ich hoffe sehr, dass ich die Individualitäten der Anderen immer wieder annehmen und als wertvoll erachten kann, denn das bedeutet im Umkehrschluss: Ich bin wichtig. So wie ich bin. Und auch ich habe etwas zu sagen.

13 Comments

  1. Jule

    10. Dezember 2017 at 22:49

    Ich verstehe Deine Gedanken und gleichzeitig verstehe ich sie nicht. Bloggen ist Dein Hobby. Meines auch. Zumindest hat es so begonnen und nun streben wir nach mehr. Wenn wir uns aber ständig fragen, worüber wir bloggen müssen, damit es Leute lesen, dann verliert es an Wert. Denn dann sind wir nicht mehr wir selbst. Und erst DANN (denke ich) sind wie viel weniger lesenswert. Sei Du selbst und vertraue auf das, was Du tust. Du musst nicht immer zweifeln an dem was und wie Du bist. So wie Du bist bist Du gut. Und wer zu Dir kommt, der bleibt sicher auch. Viele Mamas haben einen „normalen“ ALltag, der Ihnen langweilig erscheint. Und doch fühlen sich einige Nichtblogger aber Mamas bei uns gut aufgehoben, weil sie sich verstanden fühlen und lesen, dass es überall gleich zugeht. „Tu immer was Dein Herz Dir sagt“ habe ich mal aus einem Kettcar Lied gelernt. Das mache ich nicht immer, aber oft. und das hilft. Liebste Grüße

    1. Filea

      13. Dezember 2017 at 21:05

      Ich danke dir meine Liebe! Klar, du hast total Recht und mein Verstand weiß das auch. Aber doch kommen dann solche Gedanken, wie in meinem Artikel. Aber eure lieben Worte und Kommentare helfen mir dabei, mehr auf mein Herz zu hören :-*

  2. Sabrina

    11. Dezember 2017 at 14:22

    Hey, was mich irritiert ist, dass der Text so sehr danach schreit, dass du ja doch gefallen möchtest. Sollte es nicht in erster Linie dich erfüllen? Wenn es das tut – dann mach weiter! Bloggen ist und bleibt für mich eine Leidenschaft.

    1. Filea

      13. Dezember 2017 at 21:06

      Hallo Sabrina! Das Bloggen erfüllt mich total! Ich liebe es und es macht mir unglaublich viel Spaß! Ja, du hast es schon richtig erkannt. Oftmals tue ich etwas, um jemandem zu gefallen, aber Gott sei Dank wird das seit dem letzten Jahr immer weniger. Trotzdem habe ich noch einen langen Weg vor mir, um komplett frei zu sein. Liebe Grüße an dich!

  3. Alison

    11. Dezember 2017 at 17:44

    Liebe Janina, wie ich schon bei insta geschrieben habe, finde ich dich authentisch nicht langweilig. Aber ich verstehe dich gut. Ich finde es gut, dass du dir immer wieder zum Thema Bloggen Gedanken machst und feststellen kannst, dass es gut ist was du tust.

    1. Filea

      13. Dezember 2017 at 21:09

      Liebe Alison, ich danke dir für deine Worte, das ermutigt mich sehr, genau so weiterzumachen, wie ich es aktuell tue. Danke!!

  4. Martina von Jolinas Welt

    11. Dezember 2017 at 19:17

    Zieh dein Ding durch, solche Zeiten gibt es immer.
    Ich blogge schon lange Zeit und erst der lange Atem zeigt ob man selbst dahinter steht.
    Mach dein Ding und freu dich dran und wenn jemand mitliest um so besser und wenn es keiner tut, auch gut.

    1. Filea

      13. Dezember 2017 at 21:09

      Naja, wenn keiner meinen Blog lesen würde, wäre es doch schon ziemlich frustierend 😀 Aber ich versuche wirklich immer freier in dem zu werden, was ich möchte und danach zu gehen und nicht nach den anderen. Danke für deine Worte!

  5. Wioleta

    14. Dezember 2017 at 21:58

    Liebe Janina,
    ist dir auch schon mal aufgefallen, dass die „erfolgreichen“ Elternblogger eigentlich nur Werbemaschinen für diverse Unternehmen sind und hauptsächliche versuchen, dir irgendwelches Zeug zu verkaufen?
    Das besondere an solchen kleineren „unbeudeutenden“ Blogs wie unseren gefällt mir vor allem, dass die echt sind. Du versuchst nicht jemand zu sein, der du nicht bist nur um mehr Klicks zu erhalten.unf an jedem Beitrag merke ich, dass du echt bist. Und das ist der Grund weshalb ich lieber einen Blog wie deinen lese, als die anderen.

    1. Filea

      15. Dezember 2017 at 14:05

      Liebe Wioleta, vielen Dank für diese wertvollen Worte!! Das möchte ich sein: Ehrlich und authentisch. Wenn ich das bei dir geschafft habe, dann freut es mich total! Ich kenne zum Beispiel den großen Blog von oh-wunderbar, wo es Janina geschafft hat, meiner Meinung nach, durch Werbung zu verdienen und trotzdem authentisch zu sein. In diese Richtung möchte ich gehen. Es wird auch Werbung auf meinem Blog geben, weil auch ich dankbar bin für jeden Cent, der zusätzlich rein kommt, aber ich werde mir trotzdem weiterhin treu bleiben. Das ist wichtig, denke ich. Ganz liebe Grüße, Janina

  6. Jennie

    16. Dezember 2017 at 13:17

    Liebe Janina,
    Ich lese deinen Blog sehr gerne, weil er einen „echten“ und realistischen Einblick in den Alltag einer „normalen“ Mama gibt und nichts vorgaukelt. Wie du weißt, haben wir auch Kinder und nichts ist frustrierender für eine Mama, wenn man ständig liest wie supi dupi und easy alles mit Kindern ist. Morgens um 5 aufstehen, noch schnell ein frisches Brot für die Kinder backen, mit lustigen (Gemüse-)Gesichtern verzieren, (am besten ist das Gemüse noch aus dem eigenen Garten), locker flockig die Kids wecken, hübsch anziehen und alle fröhlich singend zur Kita/Schule fahren usw… Du weißt was ich meine. Es gibt sicherlich solche super Moms, die alles meistern, alles stemmen und immer noch genügend Luft und Zeit für sich selber haben. Aber es ist nicht der Regelfall und da sind wir wieder beim Thema „autentisch“. Ich freue mich immer, von anderen normalen Moms wie mir zu lesen, die ihre Kinder über alles lieben, denen aber dennoch manchmal die Puste, Geduld, Kraft und Nerven ausgeht.
    Und natürlich interessiert sich fast jeden Frau auch für Beauty, Mode und Co. Es muss ja nicht immer nur um die Kids gehen 😉
    Mach weiter so wie du bist, du bist Klasse!
    Hab dich lieb.

  7. thomas stiegler

    16. Dezember 2017 at 20:32

    Hallo Filea, einfach weiterschreiben und nicht zu viele Gedanken machen. Nicht nur gibt es für jeden Gedanken Zuhörer, es gibt auch für jeden Blog Leser und Menschen, die genau das suchen was sie hier finden.

    Liebe Grüße und viel Kraft,
    Thomas.

  8. Eva

    17. Dezember 2017 at 04:54

    Interessanter Artikel. Ich habe manchmal ganz ähnliche Gedanken, vor allem frage ich mich im Moment öfters: Wer bin ich eigentlich, und warum sollte mir irgendwer zuhören? Ich habe gemerkt, dass ich in letzter Zeit das Bedürfnis habe, immer öfters sehr persönliche, aber auch politische Artikel zu schreiben. Genau wie du beschreibst, denke ich nicht dass ich das Recht habe, irgendwem zu sagen, was er machen sollte – gleichzeitig möchte ich aber mein Medium auch nutzen, um Dinge anzusprechen, die mir wichtig sind. Ich denke es ist immer wichtig, hin und wieder mal genau hinzugucken, was man mit seinem Blog erreichen möchte und kann – und dann selbstbewusst das zu vertreten.

Leave a Reply

*