Frau, Persönliches

Die dunklen Wolken und die innere Leere // Wie komm ich hier raus?

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie dieser Artikel enden wird. Auch die Überschrift ist mir noch vollkommen unklar. Ich habe so viele Gedanken, meist wirr und unstruktuiert, ohne Anfang und ohne Ende, aber sie müssen raus. Was bringt es, wenn ich so tue, als wäre alles prima, wenn doch innen drin alles ganz anders aussieht?

Die dunklen Wolken, die mich lähmen

Ich habe das Gefühl, als läge auf meinem Leben eine dicke Schicht von dunklen Wolken, die mich lähmen. Ich kann nicht klar denken, mir fehlt die Kraft für den Alltag und ich sehe alles schwarz. Wozu das Ganze? Wo ist der Ausweg? Wann ist dieser Tag vorbei? Und die allerwichtigste Frage: Wie kann ich glücklich sein?

Aber fangen wir von vorne an. Mein ganzes Leben lang lebe ich von Highlight zu Highlight, von Konsum und den kurzen Adrenalinschüben. Ich gaukele mir vor, dass ich glücklich bin, solange ich etwas Neues bekomme und mich daran erfreuen kann. Aber die Freude hält nicht lange an. Schnell falle ich wieder in mein Loch zurück. Ich möchte Dinge, die ich nicht habe, und möchte die Dinge loswerden, die ich habe. Oder schlimmer noch: Die Dinge, die mir Freude bereiten, darf ich nicht besitzen, weil sie „mir nicht gut tun“.

Ich lebe ein fremdbestimmtes Leben ohne Ziel und Vision. Mir wird eingeredet, ich sei selbstbewusst, ein starkes Mädchen und als das starke Mädchen am Boden liegt, wird ihm nicht mal das anerkannt. „Wenn du eine Depression hast, hab ich auch eine.“ Ich darf nicht schwach sein. Ich muss funktionieren und das tue ich ja auch. Wenn man mich sieht und erlebt, würde vielleicht niemand auf die Idee kommen, dass es mir schlecht geht. Aber ich fühle mich innerlich so leer.

Wie das Leben zu laufen hat

Was macht man also, als stink normale Frau, die keine Schwäche zeigen darf und ein angepasstes Leben führt? Man leistet und leistet, man denkt nicht darüber nach, wer man ist und wer man sein möchte. Man heiratet und bekommt Kinder. So macht man das eben. Irgendwie muss das Leben ja laufen. Und nun, nun sitze ich hier, ohne jegliche Energie, ohne Sinn und Ziel, ohne Lebensfreude. Voller Erwartungsdruck alles leisten zu müssen. Kein Tag darf vergehen, ohne etwas sinnvolles, produktives vollbracht zu haben. Alles hat seinen Spaß verloren. Die Arbeit, die Zeit mit den Kindern, Treffen mit lieben Menschen. Alles „muss“ eben gemacht werden, kann aber eigentlich gar nicht. Wer holt mich hier raus?

Die äußeren Umstände vs. die innere Unzufriedenheit

Und dann sind da noch die äußeren Dinge, die mich runterziehen. Das wenige Geld, verschiedenste gesundheitliche Einschränkungen, das Chaos in der viel zu kleinen Wohnung, wenig Zeit für mich, keine Unterstützung bei den Kindern und und und. Ich frage mich, wenn die innere Zufriedenheit hergestellt sein würde, würde ich dann einfacher mit den äußeren Umständen umgehen können? Wäre ich dann glücklicher? Aber selbst wenn: Ich sehe keinen Ausweg. Ich habe keine Ahnung, wie ich diese Wolken über mir wegpusten kann. Ich weiß nicht, wie ich Freude an den kleinen Dingen des Alltags empfinden kann, ohne diesen Druck zu verspüren, etwas leisten zu müssen. Wie kann ich mehr im Hier und Jetzt leben, ohne an die nächste Aufgaben zu denken?

Ich frage meinen Mann, was ich tun soll und auch er weiß es nicht. Ich frage meine Mutter und ich bekomme nur gesagt, dass das was ich fühle nicht richtig ist. Niemand hat eine Lösung für mich, die mir wirklich hilft.

Und so lebe ich einfach weiter mit meinen Highlights, die mir doch keine Erfüllung bringen, auf der Suche nach neuer Energie für den Alltag und der Hoffnung, dass es irgendwann anders sein wird. Aber immer mit der Angst, mein Leben nicht gelebt, sondern versäumt zu haben.

Die dunklen Wolken und die innere Leere Pinterest

7 Comments

  1. Wioleta

    12. Januar 2018 at 21:41

    Einen riesigen Respekt für diesen tollen und aufrichtigen Beitrag! Diese innere leere hätte ich selbst niemals besser beschreiben können. Und auch ich kenne diese Tage, an den alles nur unbeschreiblich komisch ist.
    Ich denke immer wenn ich dies oder das habe, wird es besser. Und wenn ich es bekomme, fehlt wieder etwas ganz anderes. Ein Kreislauf aus dem es keinen Ausweg zu geben scheint.
    Ich wollte, ich könnte dir etwas aufbauendes sagen. Aber ich kann da so sehr mitfühlen dass ich selbst nicht weiß was das richtige wäre.
    Ich wünsche dir alles erdenklich gute und dass irgendwo dein Licht aufleuchtet und dich da raus holt.
    Ganz viele liebe Grüße

    1. Filea

      12. Januar 2018 at 21:50

      Ja genau das ist es. „Wenn ich dies und das habe, wird es mir besser gehen“. Aber das ist ein Trugschluss… einer, der sich aber gerne einnistet und ungerne aus dem Gehirn verschwindet 🙁 Ich danke dir für deine Worte!!

  2. Anita

    13. Januar 2018 at 00:36

    Liebe Janina,
    wenn ich deine Zeilen so lese, dann hoffe ich sehr, dass du jemanden an deiner Seite hast, der dir dabei hilft, wieder mehr Licht als nur dunkle Wolken zu sehen! Fühl dich umarmt!

  3. Miriam Coquine

    13. Januar 2018 at 09:36

    Liebe Janina,
    deine Worte haben mich sehr berührt. Der erste Schritt ist all das zu akzeptieren und nicht abzulehnen. Du bist gut so wie du bist und du besitzt ganz viel Tiefe, die ergründet werden will. Ich kenne ja deine Literaturliste und da ist das ein oder andere dabei, das dich auf jeden Fall schon einen Schritt weiter bringen wird. Ich habe mich schon vor ein paar Jahren auf diese Reise gemacht und kann dir sagen, dass es nicht von heute auf morgen geht, man immer mal wieder auf die „Schnauze“ fällt aber dass es sich lohnt auf den Weg zu machen <3 Ach und wenn du negative Gedanken hast, dann schau doch gern mal in meiner Mom Happiness Kategorie vorbei. Es gibt dort noch nicht sehr viel Inhalt, weil ich mir in letzter Zeit wieder intensiver Zeit für mich außerhalb der Online Welt genommen habe (was übrigens ein sehr wichtiger Punkt ist) – aber der Artikel "wie kann ich negative Gedanken stoppen" hilft mir selbst mich immer wieder daran zu erinnern, dass wir es selbst in der Hand haben in welche Richtung wir unsere Gedanken lenken <3

    Ganz liebe Grüße
    Miriam

    http://www.howimetmymomlife.de/wie-kann-ich-negative-gedanken-stoppen/

  4. JesS von feierSun

    13. Januar 2018 at 12:23

    Einer der Schlüssel mit diesen Tagen umgehen zu lernen – auch außerhalb der Therapie ist: sie zu zu lassen. Sie zu akzeptieren und lernen mit ihnen zu leben. Ihc kann nur so damit umgehen, sonst wäre mein eigener Abgrund zu dunkel…. und denk daran: wo schatten ist, ist auch licht und wo licht ist, ist auch schatten. https://feiersun.de/einer-dieser-tage/

  5. Conny

    13. Januar 2018 at 21:40

    Wie schön, mit solchen Gedanken nicht allein zu sein. Schlimm, das das Jetzt einfach an uns vorbeizieht…..
    Alles Liebe

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