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Eine Frau gehört an den Herd // Warum wir das Rollenverständnis neu überdenken sollten

Mein Mann war schon immer ein Mann, der viel für mich getan hat. Er hat mir das schreiende Baby abgenommen, wenn er von der Arbeit kam, er hat die Kinder gewickelt, er kocht, er bringt den Müll raus und macht generell sehr viel im Haushalt. Teilweise sogar mehr als ich. Er tut das ohne zu Murren. Er hat mir nie Vorwürfe gemacht, dass ich mehr tun sollte. Für ihn ist es selbstverständlich, mir mit den Kindern und im Haushalt zu helfen. Trotz einer 40-Stunden-Woche.

Du bist kein richtiger Mann!

Für dieses Verhalten musste er sich schon des Öfteren anhören, dass er kein richtiger Mann sei. Denn ein Mann tut solche Dinge nicht. Ein Mann geht arbeiten, die Frau versorgt die Kinder und den Mann. Mit Kochen, Putzen, Po abwischen. Das klingt jetzt vielleicht überzogen, aber tatsächlich begegnet mir dieses Rollenverständnis immer noch sehr häufig. Wenn man es anders macht, so wie wir, wird man des Öfteren schief angeschaut. Ich als faule Mutter, mein Mann als Lusche. Aber wieso ist das so?

Die Mama bleibt Zuhause

Früher war es so, dass der Mann arbeiten gegangen ist und die Frau bei den Kindern Zuhause blieb. Das bedeutete dann auch, dass alle Arbeiten, die damit verbunden waren, ganz klar der Frau zugeordnet wurden. Weil der Mann so hart arbeitet und das Geld verdient. Dass die Frau Zuhause aber auch hart arbeitet und keine freie Zeit für sich hat, das sieht dann keiner. Dass die Frau vielleicht eigene Interessen hat und selber arbeiten gehen möchte, war verpönt. Früher ganz normal, heute immer noch viel zu sehr in den Köpfen der Menschen. Ich finde, wir müssen umdenken.

Warum wir das Rollenverständnis neu überdenken sollten Mann Frau

Andere Modelle sind im Kommen

Gott sei Dank trauen sich immer mehr Familien, das Konzept „Familie“ anders zu leben. Die Rollen zu tauschen. Sei es, dass die Frau Vollzeit arbeiten geht, und der Mann Zuhause bleibt und kocht oder dass beide Teilzeit arbeiten gehen. Und das ist auch gut so. Es geht mir aber gar nicht nur um das Arbeiten, sondern auch um die Aufgabenverteilung Zuhause. Das Denken, dass die Frau, die ja nur 20 Stunden arbeitet gefälligst mehr im Haushalt zu machen hat, öfter kochen und jeden Abend die Kinder ins Bett bringen soll, ist schlichtweg veraltet und sollte neu überdacht werden! Wenn die Frau das möchte, okay. Das ist ein anderes Thema. Aber sie sollte es nicht müssen, nur weil man es eben so macht.

Mädels, traut euch!

Ich stehe dazu, dass ich mir viel von meinem Mann abnehmen lasse. Und ich stehe dazu, dass ich neben meinem Mama-Dasein auch gerne Frau bin und dementsprechend für meine Rechte einstehe. Ich bin in der glücklichen Position, dass mein Mann so hilfsbereit ist und ganz selbstverständlich hilft. Das ist bestimmt nicht bei allen Männern so. Aber ich bin der Meinung, dass man als Frau auch sagen darf: „Schatz, mach du das doch mal. Bring du doch mal die Kinder ins Bett oder koche du doch mal unser Abendessen. Ich bin müde.“

Wie ist das bei euch? Habt ihr eine klare Rollenaufteilung, wie es früher üblich war: Frau an den Herd, Mann zur Arbeit? Seid ihr damit zufrieden oder würdet ihr gerne etwas ändern. Traut euch Mädels. Traut euch.

4 Comments

  1. Franziska

    4. Mai 2018 at 16:40

    Liebe Janina,
    bei uns zu Hause sieht es genauso aus. Mein Mann macht mehr im Haushalt, dafür kümmere ich mich viel um Organisatorisches und bin öfter mal alleine mit den Kindern unterwegs. Ihm ist auch egal, was andere Männer dazu sagen – und ganz ehrlich, alle Frauen mit denen ich darüber spreche, finden das durchweg positiv. Eher sind sie noch neidisch.
    Dieses Rollenverständnis ist in vielen Köpfen noch so fest drin. Auch in den Medien, z.B. mag ich deswegen die meisten Conni-Bücher auch nicht gerne lesen, weil der Vater da genau so ist wie ich ihn nicht zu Hause haben wollte.
    Genießen wir einfach, dass es bei uns anders ist 🙂
    Liebe Grüße
    Franziska

  2. Angela

    5. Mai 2018 at 07:21

    Hi! Prinzipiell sehe ich es wie du. Wir haben eine fast 2 jährige Tochter und arbeiten beide zu viel.vwir versuchen und den Haushalt zu teilen. Das einzige was mich an deinem Beitrag stört ist die Formulierung das dein Mann dir hilft. Ich finde das impliziert schon die Rollenverteilung die du ja eigentlich nicht willst. Ich sage wir teilen uns den Haushalt denn wir tragen ja zu gleichen Teilen ( na ja das Kind am meisten) zu den anfallenden arbeiten bei. Auch wenn es hier nur um eine Formulierung geht denke ich das da zumindest zum Teil das umdenken anfangen muss. es ist nicht ihr Haushalt und er hilft. Es ist der Familienhaushalt in dem alle ihren Teil tun müssen 😃.
    Schönen Gruß

  3. Joanna

    5. Mai 2018 at 13:11

    Hey, ich bin nach 8 Wochen Schutzfrist direkt mit 25 Stunden eingestiegen und als unsere Maus 6 Monate alt war, bin ich Vollzeit arbeiten gegangen. Mein Mann ist zu Hause geblieben und wirklich kaum jemand hat dafür Verständnis. Wenige sagen das direkt ins Gesicht, aber Standard-Sätze wie: Also ich könnte das nicht, mein Kind in dem Alter allein lassen. (Ich lasse mein Kind nicht allein. Es ist bei seinem Vater) oder noch besser ein Kind in dem Alter braucht doch seine Mutter. Da muss ich immer Schlucken… Ehrlich gesagt finde ich je nach Tagesablauf und Entwicklungsphase die Tage zu Hause mit Kind anstrengender als arbeiten zu gehen. Und mein größten Respekt haben da wirklich alleinerziehende Mütter, die es tatsächlich schaffen alles unter einem Hit zu bekommen.

  4. Liebling, ich Blogge - jetzt

    10. Mai 2018 at 10:31

    Ich finde auch, dass dieses alte Rollenverständnis auch einfach nicht mehr zeitgemäß ist.
    Selbst wenn wir Frauen dies nämlich wollen würden – es klappt einfach nicht mehr. Familien brauchen zwei Einkommen, um Leben zu können und da sprechen wir nicht einmal von GUT Leben, sondern einfach nur ÜBERLEBEN. Allein aus diesem Grund ist es veraltet.

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