Frau, Mama, Persönliches

After-Baby-Body // „Dafür siehst du aber toll aus!“

Wie ist er denn nun, der After-Baby-Body? Und wie sieht eine Frau eben diesen Körper nach mehreren Schwangerschaften? Für uns Frauen, die wir Kinder geboren haben, ist der eigene Körper immer ein heikles Thema. Vor allem, wenn dann Komplimente oder auch Kommentare von anderen kommen. Vor einiger Zeit schrieb ich darüber, welche Gedanken mir bei dem Thema im Kopf herum schwirren, seinen Körper anzunehmen. Wie Fanny vom Instagram-Kanal Kaktusdame damit umgeht und wie sie ihren eigenen Körper nach drei Schwangerschaften so findet, das hat sie uns heute beschrieben.


Jedes Mal wenn ich das höre, freue ich mich erst einmal natürlich über dieses Kompliment. Denn ich weiß, wie es gemeint ist. Aber dann frage ich mich jedes Mal, was das eigentlich heißen soll?

Meine Mutter prophezeite mir schon sehr früh, ich solle mal abwarten, wenn ich irgendwann einmal Kinder haben werde, dann würde ich auch so aussehen wie sie. Übergewichtig und mit enorm großem Busen. Und sie sagte mir auch immer wenn wir bei diesem Thema waren, dass ich, ihr zweites Kind, ihr „diese Figur“ gegeben habe. Ich persönlich habe also schon früh mit auf den Weg bekommen, dass eine Schwangerschaft den Körper verändert. Natürlich zum negativen. Und deshalb kann ich ja wirklich „froh sein“ über meine Figur.

Jedenfalls hat mich diese Voraussicht glücklicherweise nicht davon abhalten können, überhaupt Kinder zu bekommen. Was bei den Aussichten aber nicht undenkbar gewesen wäre. Nicht, weil meine Mutter wohl so schlimm aussieht, denn das tut sie nicht, sondern vielmehr weil ich spürte, wie unzufrieden meine Mutter mit ihrem Körper war (und auch noch immer ist). Dank mir.

De Facto habe ich drei Kinder geboren. Auf natürlichem Weg. Mein Gewicht liegt im selben Bereich wie vor meiner ersten Schwangerschaft, vor nunmehr fast zehn Jahren. Und egal, welche Gedanken ich mir über das Aussehen meines Körpers nach der Geburt von drei Kindern mache, so komme ich doch jedes mal zu dem Schluss: Es ist okay so. Sogar sehr okay. „Dafür, dass ich drei Kinder habe“.

Denn vor den Schwangerschaften war ich genauso zufrieden, oder eben nicht, wie ich es jetzt bin. Mein Busen war vorher klein. Jetzt ist er es auch. Aber auch noch „leer“. Und jetzt hat er immerhin einen guten Grund so zu sein. Er hat insgesamt 15 Monate meinen Babys mit der wertvollsten Nahrung überhaupt versorgt. Und als Mutter finde ich, dass es sich absolut gelohnt hat und im Grunde meine Brust ja nur dafür da ist. Um Babys zu stillen.

After Baby Body Körper lieben

Als Frau allerdings finde ich es eher so: Ich sehe mich im Spiegel, zwicke in meine Brustwarzen und zucke mit den Schultern. Mit eher gesenkten Mundwinkeln. Sexy? Nee.

Auch ohne Schwangerschaftsstreifen sehe ich meinem Bauch an, was er in den vergangenen zehn Jahren geleistet hat. Drei mal war er das perfekte erste Zuhause. Und da er, bis auf eine kurze sportintensive Phase in meinem Leben, nie zur festen Sorte gehörte, ist das jetzt auch wirklich in Ordnung für mich und eher eine geringe Veränderung.

Mein Körper hat sich verändert. Und keine Schwangerschaft, keine schlaflose Nacht, keine Heißhungerattacke ist spurlos an ihm vorbeigegangen. Mit Sicherheit nicht.

Ja und wie fühle ich mich nun? Ich fühle mich wie eine schlanke Mutter. Aktuell noch selten wie eine (hier fehlt bewusst ein Adjektiv) Frau. Das hat aber nur zum Teil mit meinem After-Baby-Body zu tun.

Im Grunde hat dieses Thema auch keinen allzu großen Stellenwert in meinem Leben. Es beeinflusst mich nicht und auch nicht meine Stimmung oder Lebenseinstellung. Es gibt reichlich andere Themen, um deren Umsetzung ich mich bemühen sollte und auch werde: Positivität. Ausstrahlung. Minimalismus. Zufriedenheit. Eine gelassene, verständnisvolle Mutter sein. Sowieso stehen Komplimente bezüglich meines Mutterdaseins in viel höherem Kurs, als Komplimente bezüglich meines äußerlich körperlichen Status. Weil ich mir darum einfach viel mehr Gedanken mache(n muss) als um meine Figur.

Meine Mutter jedenfalls ist inzwischen der Meinung, dass ich einfach den Körperbau väterlicherseits habe. Na also. Eine Ausrede findet man immer, wenn man nur will.

1 Comment

  1. Nina Kelder

    28. Juni 2018 at 20:53

    Ein sehr schöner Beitrag! Ich wünschte ich hätte nur einen Teil deiner Einstellung liebe Fanny! Ich gehöre wohl eher in die Gen-Kategorie deiner Mutter, wobei sie bei mir eher von meinem Vater kommen…. und von einer ganz großen Nutella-sucht. Mit irgendwas muss man sich ja ab und zu belohnen, wenn der Apfel der 2,5 jährigen Tochter falsch geschnitten oder der 5-monatige Sohn eine schlecht „Phase“ hat.
    Eines des schwierigsten Dinge am Mama-sein ist, meiner Meinung nach, Zeit für sich selbst zu finden und sich selbst zu lieben. Sei es sportlich, ernährungstechnisch oder banale Körperpflege wie Nägellackieren und Augenbrauen zupfen. Aber die Zeit kommt auch wieder und vielleicht liebt man sich dann auch schon wieder mehr, weil man sich mit mehr Liebe um sich selbst kümmern kann. Und bis dahin schenken wir diese Liebe eben unseren Kindern!

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