Mama, Schule

Eine Zeit voller Veränderungen // Ein Brief an mein Schulkind

Ich habe diesen Blog im Mai 2012 mit Briefen an mein noch ungeborenes Kind gestartet. Ich stellte mir vor, wie ich einmal mit ihr vorm Rechner sitzen und ihr diese Briefe vorlesen würde. Sechs Jahre später wird es Zeit einen neuen Brief zu schreiben. Einen Brief an mein Schulkind.


Meine Große,

heute hast du deinen letzten Tag im Kindergarten. Unfassbar! Wenn ich über dich rede, will ich noch ganz oft „meine Kleine“ sagen. Dabei bist du ganz und gar nicht mehr klein. Du bist schon so groß! In wenigen Wochen wirst du kein Kleinkind mehr sein. Du wirst mit einer Schultüte in der Hand und einem Ranzen auf dem Rücken zwischen vielen anderen Kindern stehen, vermutlich etwas verunsichert, scheu, überladen mit all den Eindrücken. Und ich werde mich hinter meiner Kamera verstecken und die Tränen wegwischen, weil ich nicht fassen kann, dass du schon so groß geworden bist.

Obwohl es mir leicht fällt, dich diesen nächsten Schritt gehen zu lassen, arbeitet etwas in mir. In uns allen. Es wird sich vieles verändern. Ich habe etwas Angst, dass es zu viel für dich ist. Der Abschied im Kindergarten, die neue Schule und obendrein auch noch der Umzug in eine neue Wohnung. Ich wünschte, ich hätte dir den Übergang leichter gestalten können. Wo ich doch weiß, dass du Veränderungen gar nicht magst. Aber ich bin mir sicher, dass wir das alle schaffen.

Mein Schatz, ich bin so stolz auf dich! Auch du hast dich so verändert in den letzten Monaten. Du bist so schlau, du denkst mit, du sagst, wenn dich etwas stört. Gerade hatte ich das Abschlussgespräch mit deiner Erzieherin und sie konnte nur positives über dich berichten. Sie ist sogar traurig darüber, dass du gehen wirst, weil du so ein tolles Mädchen bist. Natürlich denke ich das ebenso, auch wenn du mich trotzdem manchmal in den Wahnsinn treibst. Du bist und bleibst mein ganzer Stolz.

Bald bist du ein Schulkind. Bald bekommst du Hausaufgaben auf. Bald kommst du mit dem Schulbus nach Hause. Bald wirst du mich noch weniger brauchen. Veränderungen. Das können wir beide nicht gut. Aber ich wünsche mir, dass wir trotzdem zueinander halten, wie wir es bisher getan haben. Dass du bei allem „Du bist doof Mama, für immer“ trotzdem noch zehn Minuten später zu mir kommst und mich umarmst, weil du mich brauchst. Weil ich dich brauche. Du gehst nun durch diese Tür. Und ich werde dich gehen lassen. Trotzdem bleibst du für immer mein kleines Mädchen. Ich liebe dich.

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